https://www.faz.net/-hbv-9tf83

Der Steuertipp : Gutschein statt mehr Gehalt

  • -Aktualisiert am

Viele Arbeitgeber möchte ihren Mitarbeitern eine Freude bereiten. Beliebt sind vor allem Gutscheine. Bild: dpa

Viele Arbeitgeber möchten ihren Mitarbeitern eine Freude bereiten. Beliebt sind vor allem Gutscheine. Doch Vorsicht, das Finanzamt schaut hier genau hin.

          1 Min.

          So manch ein Arbeitgeber möchte seinen Mitarbeitern eine Freude bereiten. Beliebt sind dabei oftmals Gutscheine, wie etwa Tankgutscheine, Einkaufsgutscheine oder Gutscheinkarten zum Aufladen. Der Vorteil: Weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer müssen dafür Steuern zahlen, soweit es sich bei den gewährten Vergünstigungen um einen Sachbezug handelt und dieser unter der monatlichen Freigrenze von 44 Euro liegt. Wird diese überschritten oder handelt es sich um einen Barlohn, kann das Geschenk aber zu einer steuerpflichtigen Bürde werden.

          Doch wie grenzt man zwischen steuerpflichtigem Barlohn und dem privilegierten Sachbezug ab? Diese Frage beschäftigte im vergangenen Jahr den Bundesfinanzhof und sorgte für Diskussionen mit der Finanzverwaltung. Deshalb hat der Gesetzgeber jetzt mit dem Jahressteuergesetz 2019 (JStG 2019) eine Abgrenzung der Begriffe gesetzlich festgeschrieben.

          Steuerpflichtiger Barlohn sind demnach künftig auch zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen, Geldsurrogate wie zum Beispiel Kredit- und Guthabenkarten und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten, etwa die Maestro-Card. Als Sachbezug gelten hingegen Gutscheine und Geldkarten, die ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen und nicht als Zahlungsdienste gelten.

          Das sind zum Beispiel aufladbare Geschenkkarten für den Einzelhandel oder Gutscheine für Einkaufszentren oder „City-Cards“. Letztere dienen insbesondere der Förderung des stationären Einzelhandels in Städten. Voraussetzung ist, dass diese zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden.

          Vorbehaltlich einer Zustimmung des Bundesrats ist die neue Definition erstmals für den Veranlagungszeitraum 2020 beziehungsweise für den Lohnsteuerabzug 2020 zu beachten. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind angehalten, vor dem Hintergrund der gesetzlichen Neuregelung ihre gewährten Gutscheine zu überprüfen.

          Weitere Themen

          Weltgrößter Börsengang erfolgreich Video-Seite öffnen

          Aramco-Aktie im Plus : Weltgrößter Börsengang erfolgreich

          Der weltgrößte Börsengang des Ölkonzerns Saudi Aramco ist ein Erfolg: Die Aktien der saudiarabischen Staatsfirma debütierten am Mittwoch mit 35,2 Riyal an der Börse in Riad. Das ist ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis.

          Topmeldungen

          Freie Fahrt? Auf Deutschlands Autobahnen wartet die „größte Verwaltungsreform seit Jahrzehnten“.

          Autobahnen : Besser als Google Maps

          Bald übernimmt der Bund Planung, Bau und Betrieb der Autobahnen. Anfang 2020 beginnt ein erster Härtetest: Eine Verwaltung, die sich Jahrzehnte eingespielt hat, wird durcheinandergewirbelt. Wird alles klappen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.