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Der richtige Dreh : Steuern sparen wie Donald Trump

Donald Trump Bild: Reuters

Amerikas Präsident hat dem Fiskus kaum Geld gezahlt. Ist er damit so außergewöhnlich? Nein. Einige seiner Tricks werden auch von Privatleuten in Deutschland genutzt – ganz legal.

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          Wahlkampfduell, Corona-Infektion - Von Donald Trump kommen in diesen Tagen so viele Nachrichten, dass man schon fast vergessen hat, was über seine Steuern bekannt wurde: Nur 750 Dollar an Einkommensteuer soll Donald Trump dem amerikanischen Bundesstaat im Wahljahr 2016 gezahlt haben, so berichtet es die „New York Times“, in vielen Jahren vorher gar nichts – da zahlen viele Deutsche mehr an Kirchensteuer. Ein Blick der Zeitung in die Steuerunterlagen legt nahe, dass Trump möglicherweise ein schlechter Geschäftsmann ist, der kaum Gewinne erzielt hat. Aber er hat wohl auch praktisch jeden legalen und vielleicht manchen illegalen Trick genutzt, um seine eigene Steuerlast zu senken. So manche private Ausgabe stand als Betriebsausgabe in der Steuererklärung. Das ist in der Debatte über Steuergerechtigkeit lange untergegangen, wie der Finanzwissenschaftler Wojciech Kopczuk von der New Yorker Columbia-Universität betont hat: Reiche Leute schaffen es oft, Kosten ihres privaten Lebens auf dem Umweg über ihre Firma von der Steuer abzusetzen. Doch auch Durchschnittsverdiener haben mehr Möglichkeiten, als sie denken, selbst in Deutschland, und ganz legal. Trump hat den Bericht der „New York Times“ zurückgewiesen – die Deutschen können trotzdem einiges davon lernen. Hier sind vier Wege.

          Machen Sie Verlust.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          So macht es Trump. Das wichtigste Prinzip der Einkommensteuer ist so offensichtlich, dass man es sich kaum aufzuschreiben traut: Steuern zahlt man auf das Einkommen. Wer kein Einkommen hat, zahlt auch keine Steuern. Donald Trump hat zwar mit einem Vermögen begonnen, aber über die Jahre offenbar kaum etwas dazuverdient– eher hat er mit riskanten Investitionen noch Geld verloren. Der Fiskus erlaubt zudem, dass man die Verluste aus einem Jahr mit den Gewinnen aus einem anderen Jahr verrechnet und dann später weniger Steuern zahlt. Das Prinzip heißt „Verlustvortrag“. Wenn die Verluste groß sind, kann man seine Steuern lange vermeiden.

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