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Steuertipp : Crowdfunding mindert Steuern

  • -Aktualisiert am

Projekte auf Betterplace.org haben gute Chancen, steuerabzugsfähig zu sein. Bild: Betterplace.org

Auch Crowdfunding-Beiträge können Spenden sein. Voraussetzung: Man darf nichts dafür bekommen. Wirklich nichts.

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          Spenden an gemeinnützige Projekte sind in der Steuererklärung als Sonderausgaben abziehbar. Bei Zahlungen an die wachsende Zahl von sogenannten Crowdfunding-Projekten ist das nicht so einfach. Dabei kann jeder auf Plattformen wie Kickstarter, Startnext & Co. junge Start-ups finanziell unterstützen und ihnen dabei helfen, ihre Ideen zu verwirklichen.

          Für das eingesetzte Geld gibt es beim klassischen Crowdfunding keine Rendite in Form von Dividenden oder Zinsen. Stattdessen wartet auf den Unterstützer meist eine „Belohnung“, zum Beispiel eine Kopie vom mitfinanzierten Produkt, zum Beispiel eine DVD oder Kinokarte. Dieses Dankeschön ist für das Bundesfinanzministerium Grund genug, den Spendenabzug zu versagen. Da der Zahlungsempfänger entweder nicht steuerbegünstigt ist oder der Unterstützer eine Gegenleistung bekommt, scheide ein Sonderausgabenabzug aus (Schreiben vom 15. Dezember 2017).

          Anders sieht es aus, wenn man mittels Crowdfunding gemeinnützige Initiativen, beispielsweise zur Nothilfe in Krisengebieten, fördert und das Geld letztlich an einen steuerbegünstigten Empfänger fließt. Crowdfunding-Portale können nämlich auch Spendensammlungen organisieren. Erreichen die Spenden ein bestimmtes Sammlungsziel, werden sie direkt an den Projektveranstalter weitergeleitet. Weder die Spender noch das Crowdfunding-Portal bekommen dafür eine Gegenleistung.

          Das ist entscheidend für den steuerlichen Spendenabzug, ebenso wie die Frage, wer das Geld für welchen Zweck einsetzt. Tritt das Crowdfunding-Portal nur als Geldsammelstelle für einen Projektveranstalter auf, der eine gemeinnützige Körperschaft ist, und erfüllt das finanzierte Projekt steuerbegünstigte Ziele, mindern die Zahlungen die Steuer. Dafür brauchen Steuerpflichtige eine Spendenbescheinigung vom Projektveranstalter, die sie ab der Steuererklärung für 2017 zwar nicht mehr beim Finanzamt einreichen, aber vorhalten müssen. Ist das Crowdfunding-Portal selbst eine Förderkörperschaft oder ein gemeinnütziger Projektveranstalter, reicht bei Spenden bis 200 Euro der Kontoauszug als Nachweis.

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