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Der Steuertipp : Wann Geschenke besteuert werden

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Geburtstagsgeschenke sind in der Regel von der Schenkungssteuer befreit. Bild: Maria Klenner

Der gemeinsame Urlaub fällt nicht unter die Schenkungssteuer, auch nicht üppige Hochzeitsgeschenke. Wer seinem Kind allerdings ein Grundstück vermachen will, sollte den Freibetrag im Auge behalten.

          Die Urlaubssaison ist in vollem Gange. Wer seinen Lebensgefährten nun auf eine teure Reise einlädt, mag sich keine Gedanken über schenkungsteuerliche Auswirkungen machen. Dass das aber durchaus nötig sein kann, zeigt ein aktueller, etwas exotischer Fall, in dem das Finanzamt die gemeinsame Luxusreise als schenkungsteuerpflichtige Zuwendung an den Lebensgefährten einstufte. Schenkungsteuer fällt bei Zuwendungen unter Unverheirateten an, sobald die Summe aller Schenkungen innerhalb von zehn Jahren den persönlichen Freibetrag von 20.000 Euro übersteigt.

          Das Finanzgericht Hamburg hat das Finanzamt allerdings in die Schranken gewiesen: Im Fall einer fünfmonatigen Luxuskreuzfahrt, zu der der Steuerpflichtige seine Lebensgefährtin eingeladen hatte, fällt keine Schenkungsteuer an (Urteil vom 12. Juni 2018, 3 K 77/17, Revision zugelassen). Die Lebensgefährtin konnte nach Ansicht der Richter nicht frei über die Zuwendung verfügen, da sie ihren Partner bei der Reise begleiten musste („gemeinsamer Konsum und Mitnahme als Gefälligkeit im überwiegend eigenen Interesse des Schenkers“). Das Reiseerlebnis bleibt also mangels Vermögensmehrung bei der Lebensgefährtin von der Schenkungsteuer befreit.

          Andere Geschenke wie Schmuck oder Technikgeräte sind bezüglich der Schenkungsteuer unproblematisch, wenn sie dem Anlass entsprechen und als Gelegenheitsgeschenke üblich sind – etwa Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke, ebenso Geschenke zur Hochzeit oder zu einem Examen, wobei die beiden letztgenannten auch mal etwas üppiger ausfallen können. So kann es im Einzelfall üblich sein, zum bestandenen Examen ein Auto zu schenken, ohne gleich eine Schenkungsteuererklärung abgeben zu müssen. Wer allerdings seinem Kind zur Hochzeit ein Grundstück schenken will, muss aufpassen. Hier greift die Steuerbefreiung für Gelegenheitsgeschenke regelmäßig nicht. Immerhin kommt bei Kindern mit 400.000 Euro ein deutlich höherer persönlicher Freibetrag zum Abzug, für den allerdings alle Schenkungen (mit Ausnahme von Gelegenheitsgeschenken) innerhalb von zehn Jahren zusammenzurechnen sind.

          Der Autor ist Steuerberater und Partner bei EY.

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