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Zinsen : Mit Banken feilschen, aber richtig

Der Kunde kann bei seiner Bank auch mal die Muskeln spielen lassen. Bild: Getty

Die Zeiten der hohen Zinsen scheinen vorbei, aber der Bankkunde ist mächtiger, als er glaubt. Wer scharf verhandelt, bekommt mehr für sein Geld. Das hilft in Zeiten von Mini-Zinsen.

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          Es sind Zeiten, in denen Bankkunden bisweilen nur mit Mühe Entsetzensschreie unterdrücken können: Bei wem im Augenblick ein Sparvertrag fällig wird, dem bietet seine Bank für die Wiederanlage in der Regel sehr bescheidene Zinsen an. Lange vorbei die Zeiten, in denen man über das Sparbuch gelacht hat, weil es nur lumpige zwei Prozent einbrachte. Heute empfehlen Bankberater ihren Kunden Sparprodukte, bei denen es 0,2 bis 0,3 Prozent gibt. Und das bei einer Inflation von fast zwei Prozent - eine Anleitung also zum Geldverlieren.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch der Bankkunde muss sich das nicht gefallen lassen. Im Internet bieten Direktbanken oft deutlich bessere Konditionen. Und auch die Filialbanken lassen „im Rahmen“ mit sich verhandeln, wie Klaus Nieding vom Deutschen Anlegerschutzbund in Frankfurt sagt. Leider reicht es dafür oft nicht, dem Bankberater gegenüber seinen Unmut über die mickrigen Zinsen zum Ausdruck zu bringen. Schon eher lässt er sich überzeugen, etwas mehr zu bieten, wenn es sich um einen guten Kunden handelt - den er andernfalls verlieren könnte.

          „Wenn die Bank einem guten Kunden 0,25 Prozent für Festgeld auf ein Jahr bietet, dann schafft der das schon, das auf ein Prozent hoch zu handeln - das geht“, sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt. „Es hängt immer davon ab, wie viel Folgegeschäft sich die Bank verspricht.“

          Nach wie vor profitieren die Banken davon, dass viele Leute einfach stillschweigend schlechte Konditionen hinnehmen. Manche Banken leben angeblich sogar davon, dass sie ihren Kunden in den ländlichen Außenfilialen deutlich schlechtere Konditionen bieten als den Leuten in der Stadt, wo die Konkurrenz größer ist. Wer lernt, dass Zinsen nicht in Stein gemeißelt, sondern verhandelbar sind, hat den ersten Schritt zur Emanzipation als Bankkunde getan.

          Übertriebene Hoffnungen sollte man sich dabei allerdings nicht machen: Was man heraushandeln kann, ist nicht die Welt. Man löst dadurch das Problem eines allgemein niedrigen Zinsniveaus nicht. Und es wird weiter so bleiben, dass die Zinsen der Filialbanken meistens nicht an die Konditionen der Direktbanken heranreichen. Trotzdem: Wenn jemand gern bei seiner Filialbank bleiben will und sein Geld nicht (oder zumindest nicht vollständig) in Aktien oder Fonds stecken möchte, dann lohnt es sich, um die Zinsen zu feilschen.

          Vertrag nicht gleich unterschreiben! Zinsen vergleichen!

          Regel Nummer eins dabei: Den Vertrag über die Geldanlage nicht gleich im ersten Gespräch in der Bank unterschreiben. „Anleger sind gut beraten, wenn sie Verträge nicht leichtfertig vor Ort in der Filiale abschließen“, sagt Nieding. „Sondern erstmal mit nach Hause nehmen, sich den Entwurf in Ruhe durchlesen und sich Vergleichsangebote bei anderen Banken einholen.“ Denn wer einen Sparvertrag einmal unterschrieben hat, kann nur auf die Freundlichkeit der Bank hoffen, wenn er zuhause merkt, dass die Zinsen nicht marktüblich sind.

          „Grundsätzlich steht dem Bankkunden in diesem Fall kein gesetzliches Widerrufsrecht zu“, sagt Nieding. Eine Ausnahme sei der Fall, dass der Vertrag per Fernabsatz, zum Beispiel durch eine E-Mail, zustande gekommen sei. Einige Sparkassen räumten darüber hinaus ein vertragliches Widerrufsrecht ein. In der Regel aber sei man auf die Kulanz der Bank angewiesen, wenn man einen einmal abgeschlossenen Sparvertrag im Nachhinein stornieren will.

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