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Gefangen im Zinstal : Wie schlagen Anleger die Inflation?

An den Börsen können Anleger noch Geld verdienen – dabei müssen sie allerdings etwas mehr Risiko in Kauf nehmen. Bild: dpa

Den zweiten Monat in Folge liegt die Inflation in Deutschland über 2 Prozent. Gleichzeitig sind die Zinsen extrem niedrig. Anleger dürfen jetzt vor allem nicht ängstlich sein und müssen mehr riskieren.

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          Die wieder anziehende Inflation bei gleichzeitig extrem niedrigen Zinsen macht vielen deutschen Sparern derzeit offenbar zu schaffen. Den zweiten Monat in Folge lag die Inflationsrate über 2 Prozent. Im Durchschnitt des zweiten Quartals stiegen die Verbraucherpreise um 1,96 Prozent, den höchsten Wert seit Ende 2012, wie die Bank Comdirect in ihrem „Realzins-Radar“ berichtet. Die durchschnittlichen Zinsen für Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen hingegen seien mit 0,19 Prozent auf einem historischen Tiefstand angekommen. Der Realzins, also der Zins nach Abzug der Inflation, liege bei minus 1,77 Prozent. Das sei der mit Abstand niedrigste Wert seit Beginn der Untersuchung im Jahre 2003. Allein im ersten Halbjahr hätten die Deutschen so einen Wertverlust von fast 17 Milliarden Euro erlitten – rund 205 Euro je Kopf.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Auch die jüngsten Zahlen der Deutschen Bundesbank über das Geldvermögen der Deutschen bekräftigten diesen Befund. 69 Milliarden Euro haben die privaten Haushalte in den ersten drei Monaten des Jahres in ihr Vermögen fließen lassen, das Geldvermögen stieg auf 5,875 Billionen Euro. Allerdings wurden immer noch wenig rentable Anlageformen bevorzugt. So flossen 15 Milliarden Euro in Bargeld und Sichteinlagen, die Ansprüche gegenüber Versicherungen wurden um 22 Milliarden Euro aufgestockt. Zudem hatten Sparer durch die Börsenturbulenzen mit Bewertungsverlusten bei Aktien und Investmentfonds zu kämpfen.

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