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Bankgeschäfte im Netz : Wie oft fällt das Online-Banking aus?

Eine TAN-Liste mit durchgestrichenen TAN-Nummern zum Online-Banking Bild: Picture-Alliance

Online-Banking ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Jeder Zweite nutzt das Netz für Finanzgeschäfte. Wie hoch ist eigentlich Ausfallrate?

          Online-Banking ist in den vergangenen Jahren sukzessive erfolgreicher geworden. Schon heute nutzt jeder zweite Deutsche das Online-Banking. In der Altersgruppe zwischen 18 und 49 Jahren sind es sogar 70 Prozent, selbst zwischen 50 und 59 Jahren nutzt noch rund jeder Zweite das Internet, um seine Finanzangelegenheiten zu regeln. Erst ab 60 Jahren bleibt die große Mehrheit lieber der Filiale treu, 77 Prozent verzichten auf das Online-Banking.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch in Zeiten, wo die Filialen immer häufiger geschlossen werden oder ihre Öffnungszeiten stark einschränken, muss auch die ständige Verfügbarkeit immer gewährleistet sein. Wie sieht es hier mit den größten deutschen Banken aus? Das „IT Finanzmagazin“ hat dazu eine Untersuchung durchführen lassen. Überprüft wurden 23 Portale der größten deutschen Banken im Zeitraum zwischen September und Dezember des vergangenen Jahres. Dazu wurden die Kundenlogin-Seiten in einer Frequenz von fünf Minuten überwacht. Wartungszeiträume wurden nicht separat erfasst.

          Die Verfügbarkeit lag demnach im Schnitt bei rund 99,86 Prozent. Das ist an sich ein guter Wert. Um das ins Verhältnis zu setzen: Das entspricht etwa dem Ausfall eines Systems von fünf Sekunden im Zeitraum einer Stunde. Das klingt erst einmal nach sehr wenig. Doch rechnet man den Ausfall aller Systeme der 23 untersuchten Banken zusammen, kommt man auf einen Zeitraum von 255 924 Sekunden – fast 71 Stunden –, in denen Kunden das Online-Banking nicht nutzen konnten.

          Die Ausfallrate war dabei sehr unterschiedlich. Mit der Hanseatic Bank und Rabo Direct waren dabei zwei Institute dabei, die sehr gut abgeschnitten hatten und keine einzige Sekunde ausfielen. Weitere acht Banken konnten mit einer Verfügbarkeit von 99,95 Prozent punkten. Das ist weniger als eine Stunde Ausfall in dem untersuchten Zeitraum. Zu diesen gehören die ING, die Commerzbank, das Portal der Volks- und Raiffeisenbanken, Volkswagen Financial Services, Hypo-Vereinsbank, Postbank, Wüstenrot direct und die KfW. Das „IT Finanzmagazin“ bezeichnet das als hochverfügbar und damit als gut oder sehr gut. Weitere sechs Banken hatten eine Verfügbarkeit von 99,9 Prozent. Damit haben aber auch sieben Geldinstitute nicht so gut abgeschnitten, eines hatte sogar eine Ausfallzeit von fast 34 Stunden.

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          Der am häufigsten vertretene Fehler mit 86 Prozent war ein sogenannter HTTP-Fehler. Dann kann zwar noch die Verbindung zur jeweiligen Internetseite hergestellt werden, diese ist dann aber nur noch in der Lage mitzuteilen, dass die angefragte Seite nicht erreichbar ist.

          Das „IT Finanzmagazin“ bewertet die Ergebnisse aber insgesamt als gut, trotzdem müssten sich einige „Verantwortliche fragen, ob sie der Digitalisierung genügend gerecht werden“. Um solche Ausfallzeiten zu minimieren, müssten wichtige Seiten dauerhaft und automatisiert überwacht werden, fordern die Fachleute.

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