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Smartphone statt Sparbuch : Aktien und Finanzapps sind beliebt

Finanzapps wie eToro verdrängen das klassische Sparbuch. Bild: Picture-Alliance

Sparbücher bieten kaum noch Zinsen, die Ersparnisse vermehren sich kaum. Dazu kommt, dass Anleger während Corona risikobereiter geworden. Eine Kombination, die Finanzapps jubeln lässt.

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          Die Corona-Krise hat viele Menschen in Deutschland von Sparbuchinhabern zu Aktionären gemacht. Nach einer repräsentativen Umfrage von eToro haben 51 Prozent der unter 39-Jährigen im vergangenen Jahr angefangen zu investieren. Die häufigsten Gründe waren mehr Zeit und verfügbares Einkommen während des Lockdowns. Es sei ein deutlicher Trend zu sehen, dass sich die Menschen mehr mit diesem Thema beschäftigten und sich das Anlageverhalten langsam ändere, sagte Dennis Austinat, Deutschland-Chef der Social-Trading-Plattform eToro, am Mittwoch in einer virtuellen Gesprächsrunde zum Investmentverhalten der Deutschen.

          Madeleine Brühl
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          „Die Anleger in Deutschland sind durch die Krise digitaler, vernetzter und risikobereiter geworden“, ergänzt Daniel Wild, Gründer der Beteiligungsgesellschaft Mountain Alliance AG. Auch er rechne damit, dass die Aktienquote „nachhaltig“ steigen werde, im Vergleich mit reiferen Märkten sei sie aber trotzdem noch überschaubar. Im vergangenen Jahr sei es mit einem diversifizierten Portfolio einfach gewesen, steigende Kurse mitzunehmen. „Das ist eine schöne Erfahrung, um eine Aktienkultur nachhaltig zu prägen.“

          Auch in den jungen Altersgruppen sind ETF beliebt. „Indexfonds sind in aller Munde, auf jedem Instagram-Kanal ist die Rede davon“, berichtet Saskia Drewicke vom Finanzenpodcast „Sparheldin“. Kryptowährungen seien bei den meisten Anlegern dagegen eher die Ausnahme. Gerade junge Menschen hätten ein großes Interesse daran, ihre Erfahrungen am Finanzmarkt zu teilen. Allerdings warnt sie davor, sich blind auf Informationen aus den sozialen Netzwerken zu verlassen. Auch wenn finanzielle Bildung in Deutschland immer noch ein großes Problem sei, sei es wichtig, sich selbst Grundwissen anzueignen, um die Informationen aus den sozialen Netzwerken bewerten zu können, sagt Drewicke.

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          Gerade für Anfänger kann es sinnvoll sein, sich professionelle Hilfe zu holen. „Ich sehe es als gefährlichen Trend, dass viele jüngere Menschen beraterlos sind“ , sagt die Finanzexpertin. „Gerade in Kombination mit den sozialen Medien – da braucht es für viele sicher noch einen Finanzexperten an der Seite.“ Stattdessen beobachte sie eine „Do it yourself“-Mentalität. Auch eToro-Chef Austinat rät davon ab, ohne Erfahrung Vermögensaufbau und Altersvorsorge allein aufstellen zu wollen. Er sieht die Broker, Banken und Finanzberater in der Verantwortung, das Wissen für alle bereitzustellen.

          Ein anderer Trend, den die Pandemie verstärkt hat, ist die Akzeptanz digitaler Angebote. Fast 70 Prozent der Anleger, die während der Pandemie in das Thema Geldanlage einstiegen, taten dies eToro zufolge über eine App. „Es muss so einfach wie möglich sein zu investieren“, findet Daniel Wild. In vielen Bereichen werde das Leben schon durch Apps vereinfacht – warum nicht auch die Finanzanlage?

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