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Wertpapiergeschäfte : Junge Anleger kaufen online

Viele Wertpapiergeschäfte werden heutzutage im Internet erledigt. Bild: dpa

Unter jungen Anlegern hat sich ein neuer Trend etabliert: Anlageentscheidungen werden immer öfter ohne Beratung getroffen und das Internet-Banking gewinnt zunehmend an Bedeutung.

          Die Anlageberatung in Banken und Sparkassen verliert für junge Anleger zusehends an Bedeutung. Wie eine Umfrage des Deutschen Instituts für Portfolio-Strategien (dips) unter 651 jüngeren Anlegern ergab, treffen mittlerweile 60 Prozent ihre Anlageentscheidung ohne Beratung. Vor einem Jahr hatten dies nur 49 Prozent geantwortet. Der höhere Anteil von Selbstentscheidern geht vor allem zu Lasten der Anlageberatung in Banken. Nur noch 22 Prozent (vorher 29 Prozent) nehmen eine Beratung bei ihrer Hausbank in Anspruch. Einen unabhängigen Finanzberater wollen nur noch 9 statt 12 Prozent kontaktieren. Immerhin 38 Prozent wären bereit, für eine unabhängige Beratung ein Honorar zu zahlen. Gleichwohl ist die Mehrheit derjenigen, die sich noch beraten lassen, nicht unzufrieden mit ihrem Berater. 70 Prozent würden ihn weiterempfehlen, die anderen bemängeln die Erfahrung ihres Beraters, fehlendes Vertrauen in ihn, wähnten sich in schlechte Produkte beraten und kritisierten den Profit ihres Beraters.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Die Umsetzung ihrer Anlagestrategie tätigen 67 Prozent der befragten jüngeren Leute (bis 35 Jahre) online. Die Nutzung von Online-Brokern und Internet-Banking zur Erledigung ihrer Finanztransaktionen hat sich damit binnen eines Jahres drastisch erhöht. Vergangenes Jahr gaben nur 44 Prozent an, ihre Wertpapiergeschäfte im Internet zu erledigen. Selbst ein Drittel derjenigen, die sich in der Bank beraten lassen, kaufen die Finanzprodukte anschließend online.

          Das Interesse an Finanzinformationen ist derweil ungebrochen. Insbesondere die Informationen aus der Finanz- und Wirtschaftspresse werden am stärksten und nun noch stärker genutzt: 67 Prozent nach zuvor 59 Prozent gaben an, die Informationen zu ihren Finanzentscheidungen aus diesen Medien zu beziehen. Auch neutrale Finanzportale im Internet fanden regeren Zuspruch, während die Unterlagen und Informationen der Anbieter selbst an Relevanz verloren. Das Fernsehen bleibt als Informationsquelle ebenso irrelevant wie Soziale Medien wie Facebook oder Twitter.

          Auch bei den jüngeren Anlegern gehört das Tagesgeldkonto zur Grundausstattung. Drei Viertel nutzen dies. An Zuspruch gewonnen hat die Aktie. Gut die Hälfte beteiligte sich zuletzt am Erfolg von Unternehmen. Den größten Zuwachs erzielten Indexfonds, die nun 22 nach zuvor 13 Prozent für ihre Geldanlage nutzten. Die größten Einbußen verzeichneten Riester-Verträge. Nur noch 37 Prozent nach zuvor 48 Prozent schlossen das staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukt ab. Die Trends bestätigen am Markt beobachtete Entwicklungen.

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