https://www.faz.net/-hbv-9mj4r

Auf der Jagd nach dem Zins : Wer in Crowd-Immobilien investiert

Immobilienprojekte: Auch etwas für kleine und große Anleger im Schwarm Bild: dpa

Die Anbieter in der Nische Immobilien-Crowdinvesting sind bekannt. Aber wer sind die Anleger? Das wollte jetzt die Plattform Zinsbaustein wissen.

          Crowdinvesting in Immobilien ist immer noch eine Nische. Über Internet-Plattformen investieren Anleger dabei meist in nachrangige Darlehen für Immobilienprojekte. Die Zinsen sind mit 5 bis 7 Prozent vergleichsweise hoch, allerdings auch die Risiken. Denn wenn das Projekt scheitert, müssen die Anleger davon ausgehen, kein Geld zurückzuerhalten. Bisher ist dies bei nur einem von 387 Projekten der Fall gewesen – 149 wurden dagegen schon zurückgezahlt.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dennoch erfreut sich die Anlageform großen Wachstums. 2018 wurden nach Angaben des Bundesverbands Crowdfunding 218 Millionen Euro angelegt. 2017 waren es noch 126 Millionen Euro im Vorjahr. In diesem Jahr sind es nach vier Monaten schon 100 Millionen Euro.

          Spitzenvermögen und echte Kleinanleger

          Vermittelt werden diese Projekt über einige Internet-Plattformen, deren größte mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent Exporo ist. Während der Vermittlermarkt also überschaubar ist, war bisher eher wenig über die Anleger bekannt. Die Plattform Zinsbaustein hat jüngst daher rund 10.000 Anleger und potentielle Anleger befragt, um sich ein Bild zu verschaffen.

          Vor allem ging es darum, wie vermögend die Anleger eigentlich sind. Dabei ergibt sich ein recht bunte Mischung, auch wenn naturgemäß doch oft schon ein gewisses Vermögen dahinter steckt. Mehr als ein Drittel der Befragten gab an, mehr als 100.000 Euro im Portfolio zu haben. Knapp 30 Prozent dagegen hatten weniger als 50.000 Euro angelegt. Jeweils gleich groß waren Spitzenvermögen und echte Kleinanleger. Jeweils knapp zehn Prozent gaben an, mehr als 500.000 Euro oder weniger als 10.000 Euro angelegt zu haben.

          Letztere sind dabei vorsichtiger. Investoren mit kleineren Budgets hätten trotz niedrigerer Zinsen tendenziell mehr Interesse an Produkten mit einem konservativen Risikoprofil geäußert.

          Folgt man der Befragung, so waren die Plattformen bislang in einer Hinsicht auf dem Holzweg, wenn sie in der Werbung kurze Laufzeiten als Plus hervorhoben. Tatsächlich sei das Interesse an Projekten groß, deren Laufzeit über die oft üblichen ein bis zwei Jahre hinausgeht, ganz besonders wenn sie kontinuierliche Ausschüttungen bringen. Rund 60 Prozent der Befragten erhoffen sich Laufzeiten von mehr als zehn Jahren und jährliche Renditen zwischen 5 und 6 Prozent.

          Solche Produkte bringen derzeit immer mehr Plattformen auf den Markt. So bietet Exporo etwa eine zehnjährige Investition in vermietete Mikro-Apartments in Hamburg an, die zehn Jahre lang eine Ausschüttung von 4,5 Prozent bringen sollen.

          Zinsbaustein wiederum hat seine Produktpalette kürzlich um sogenannte Club-Deals erweitert, bei denen Anleger gemeinsam mit maximal 19 anderen Investoren in ein Projekt von mindestens 50.000 Euro investieren. „So wie unsere Immobilienprojekte, die in der Regel in Rekordgeschwindigkeit ausverkauft sind, hat auch der Vertrieb neuer Immobilien-Finanzprodukte über Digitalplattformen Zukunft, die Anlegern den Weg zum weißen Kapitalmarkt öffnen.“, sagt Geschäftsführer Volker Wohlfarth. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass unser bestehendes Angebot sehr gut angenommen wird und das Potential zur Diversifikation hat“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der britische Premierminister Boris Johnson vergleicht sich selbst mit dem „unglaublichen Hulk“, der sich aus seinen Fesseln befreit.

          Brexit um jeden Preis : Der wütende Hulk

          Großbritannien werde sich aus seinen „Fesseln“ befreien wie die ultra-starke Comicfigur, wenn es bis 31. Oktober keinen Brexit-Deal gebe, erklärt Johnson. Auch gegen die Anordnung des Parlaments. Vor neuen Gesprächen mit der EU zeigt er sich dennoch „sehr zuversichtlich.“
          Mein Freund, der Baum: Markus Söder im Hofgarten hinter der Staatskanzlei

          Klimaretter Söder : „Wir haben den Umweltschutz erfunden“

          CSU-Chef Söder zweifelt die Kompetenz der Grünen bei Klima- und Naturschutz an. Die wahre Umweltpartei sei die CSU mit ihrem Urmotiv, die Schöpfung zu bewahren. Für das Klimapaket der Großen Koalition stellt er allerdings umstrittene Bedingungen.
          Zukunftstechnologie Flugtaxi: Am Stau am Boden ändern sie nichts

          Mythos Innovation : Bloß nichts Neues!

          Bemooste Innenstädte und fliegende Umweltsünder: Statt im Kampf gegen die Klimakatastrophe nach konkreten Lösungen zu suchen, schiebt die Politik Scheininnovationen vor. Warum nutzen wir nicht verfügbare Technologien? Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.