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Geldanlage : Was im Jahr 2015 an der Börse aus 100.000 Euro wurde

Börsianer-Glückseligkeit: Das Jahresergebnis scheint in Manila gut auszufallen Bild: AFP

Der Aktienindex in Jamaika gehört zu den Jahresbesten. Hier hätte sich eine Anlage von 100.000 Euro theoretisch verdoppelt. Wo hätte sich die Anlage im Jahr 2015 noch gelohnt - und wo hätte man Verluste eingefahren?

          4 Min.

          Wer an Jamaika denkt, der denkt spontan an Reggae, Rastalocken und Rum. Auch Sonne, Strand, Meer und ein leichtes, entspanntes Lebensgefühl stehen für den karibischen Inselstaat. Dass ausgerechnet die Aktienbörse in Jamaika auf der ganzen Welt eine der besten dieses Jahres ist, kommt wohl kaum jemandem in den Sinn. Gleichwohl hat sich der dortige JSE Market Index, in Euro gerechnet, seit Jahresbeginn verdoppelt. Aus 100.000 Euro vor zwölf Monaten wären nun 201.500 Euro geworden – zumindest rein rechnerisch und ohne alle Kosten einer Anlage.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Unter den größeren Aktienindizes der Welt ist nach den Daten des Informationsdienstes Bloomberg nur der Auswahlindex Venezuelas noch besser. Denn der Wert dieses Index hat sich derweil vervierfacht. Auch schon im Vorjahr lagen venezolanische Dividendenpapiere fast an der Weltspitze, als zum Jahresende rund 160.000 Euro unter dem Strich standen. Nur chinesische Aktien waren noch besser. Nun wären in Venezuela aus 100.000 Euro sogar gut 417.000 Euro geworden.

          Die Ergebnisse überraschen, erholt sich doch Jamaika gerade von einer Rezession und hat zudem eine hohe Schuldenlast. Es steht als „Frontier Market“ an der Grenze zu einem Schwellenland. Das Ölland Venezuela wiederum leidet unter den niedrigen Preis für Rohöl. Dabei sind es vor allem einzelne Aktien, die besonders gut gelaufen sind.

          Die größten Kursgewinner in Jamaika sind ein bunt gemischtes Sammelsurium. Hierzu zählt der Börsenbetreiber selbst, auch Pulse Investment Limited – ein Unternehmen, das unter anderem in das Modellgeschäft und in Werbeveranstaltungen investiert, der Zementhersteller Caribbean Cement oder der Getränkeanbieter Desnoes & Geddes Limited gehören dazu.

          Schwer zugänglich und wenig transparent

          Doch beide Börsenplätze sind für europäische Investoren schwer zugänglich und wenig transparent. Spezielle Fonds oder Zertifikate für diese Aktien finden sich hierzulande nicht, allenfalls sind solche Titel als Beimischung enthalten. Überdies gibt es für interessierte Investoren kaum Gelegenheit, viel über diese Märkte zu erfahren.

          In Venezuela finden an der Börse kaum Umsätze statt, weil es nur noch wenige private Unternehmen gibt. Zudem existieren dort Devisenkontrollen. In Jamaika hat der JSE Market Index eine Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 7,3 Milliarden Euro. Zum Vergleich: In Deutschland ist ein kleiner Dax-Wert wie RWE oder ein mittlerer M-Dax-Titel wie Brenntag in etwa so groß.

          Doch für Anleger aus dem Euroraum lag das Gute so nah. Denn auch etliche Aktienindizes in Europa haben deutlich zugelegt. Zwar haben Dax-Anlagen bislang nur 9 Prozent oder, gemessen an 100.000 Euro, rund 9000 Euro an Wert gewonnen, doch die Gesellschaften geringerer Marktkapitalisierung haben hierzulande die großen Standardwerte abermals kräftig übertrumpft.

          Urlaube in den Vereinigten Staaten teurer

          Hätten Anleger vor einem Jahr 100.000 Euro in den Technologieindex Tec-Dax investiert, wären nun 132.000 Euro daraus geworden. Die Nebenwerte im M-Dax haben Investoren ein Plus von 21.500 Euro beschert. In diese Indizes könnten Anleger über börsengehandelte Fonds oder Indexzertifikate investieren. Auch können sie sich über die Nachrichtenlage weit besser auf dem Laufenden halten als in ferneren Ländern.

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