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Geldanlage : Was im Jahr 2015 an der Börse aus 100.000 Euro wurde

Auffällig ist auch, dass die Schwäche des Euros zu vielen anderen Währungen wie dem Dollar zwar Nachteile hat. So sind dadurch Reisen in die entsprechenden Länder teurer geworden als noch zu Jahresbeginn. Urlaube in den Vereinigten Staaten kosten allein dadurch nun rund 10 Prozent mehr.

Doch vielen Anlegern kommt gerade diese Entwicklung nun zugute. Denn Kapitalanlagen in Amerika sind um ebendiesen Wert gestiegen, selbst wenn sie sich sonst kaum verändert haben. Für die Aktien im Dow Jones Index zum Beispiel ergibt sich so für 100.000 Euro ein Plus von 8400 Euro, auch wenn der Index selbst ein Minus verzeichnet hat. Ähnliches gilt für den Yen und den japanischen Aktienindex Nikkei 225. Hier stehen durch Kursgewinne und positive Wechselkurseffekte unter dem Strich nun 118.900 Euro.

Gemischtes Bild bei Anleihen

In Dänemark spielen solche Wechselkursveränderungen zwar kaum eine Rolle, sind doch die dänische Krone und der Euro eng aneinandergekoppelt. Dennoch ist der Auswahlindex der Börse Kopenhagen auch in diesem Jahr für Anleger aus dem Euroraum einer der besten auf der ganzen Welt. Hier hätten sie ein Plus von 34.300 Euro erzielen können. Auch schon im Vorjahr hat der defensive und große Weltunternehmen enthaltende Index rund ein Fünftel an Wert gewonnen.

Heute wie damals ist er damit auch das beste Börsenbarometer im skandinavischen Raum. In Norwegen wiederum wären Aktienanlagen nun etwas weniger wert als noch zu Jahresanfang. In diesem Jahr hätte sich auch der Blick nach Osteuropa ausgezahlt: Die lettische Börse oder der ungarische Auswahlindex in Budapest sind um mehr als 40 Prozent gestiegen. Deswegen wären Aktienanlagen dort nun gut 40.000 Euro mehr wert als noch zu Jahresbeginn.

Bei Anleihen ergibt sich ein gemischtes Bild. Bundesanleihen bescherten im Jahr 2014 noch einen überraschenden Kursgewinn von 15 Prozent. Damit stellten sie sogar den Dax in den Schatten, der damals 2,7 Prozent gewann. In diesem Jahr hingegen bleibt mit Bundesanleihen unter dem Strich fast nur etwas mehr als die investierte Summe übrig, berücksichtigt man zudem die Inflation, die hierzulande in diesem Jahr bei rund 0,2 bis 0,3 Prozent liegen dürfte. Mit amerikanischen Staatsanleihen hingegen konnte im Umfeld der erwarteten Zinswende mit Kursgewinnen und positiven Wechselkurseffekten ein Plus von 12.300 Euro erzielt werden.

Ukrainische Aktien gehören zu den schlechtesten

Das Jahr 2015 war kein einträgliches für die meisten Rohstoffinvestments, auch wenn die wahren Preiseffekte durch den schwachen Euro zumindest aus Sicht eines europäischen Anlegers etwas abgefedert wurden. Denn Rohstoffe notieren in der Regel in Dollar. Während bei Anlagen in Gold in etwa auch die investierten 100.000 Euro übrig geblieben wären, hätten Rohstoff-Index-Investoren sogar rund 26.500 Euro verloren.

Wie schon 2014 gehörten ukrainische Aktien zu den schlechtesten der Welt. Hier hätte ein Aktionär aus dem Euroraum sein Investment auf weniger als 50.000 Euro halbiert. Ohnehin haben Investoren in den meisten Schwellenländern in diesem Jahr ebenfalls wenig Glück gehabt. Dies gilt für Aktien wie auch für Anleihen.

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