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Bundesbank-Studie : Barzahlen ist doch schneller

  • -Aktualisiert am

Bar oder mit Karte - wie zahlen wir am schnellsten an der Kasse? Bild: dpa

Bargeldloses Bezahlen ist einfach und geht schnell: Stimmt nicht, sagt die Deutsche Bundesbank. Wer bar zahlt, braucht demnach im Schnitt nur 22 Sekunden – und ist schneller als mit der Karte. Einen Haken hat die Studie aber.

          „Zahlen Sie bar oder mit Karte?“ Diese Frage ist für jeden an der Kasse schon Standard. Immerhin werden im deutschen Einzelhandel jedes Jahr rund 20 Milliarden Zahlungen getätigt. Die meisten davon in klassischen Lebensmittelgeschäften. Das entspricht insgesamt 220 Einkäufen je Person oder knapp 470 Einkäufen je Haushalt und Jahr. Und inzwischen müsste die Frage noch erweitert werden: „Oder mit dem Smartphone?“

          Die Möglichkeiten, seinen Einkauf bargeldlos zu bezahlen, sind heute vielfältig geworden. Viele neue Anbieter kommen auf den Markt. Ein Argument, das häufig genannt wird, wenn es um die Vorzüge vom bargeldlosen Bezahlen geht: Es ist einfach – und schnell. Doch stimmt das eigentlich?

          Die am Dienstag veröffentlichte Studie „Kosten der Bargeldzahlung im Einzelhandel“ der Deutschen Bundesbank gibt darauf ein klare Antwort. Ausgewertet wurden dafür mehr als 3000 Bezahlvorgänge in 15 Geschäften im Herbst und Sommer 2017. Demnach ist es an der Supermarkt-Kasse schneller, bar zu zahlen. Im Durchschnitt braucht der deutsche Verbraucher für Barzahlungen 22 Sekunden – rund sieben Sekunden schneller als Kartenzahlungen mit PIN-Eingabe oder gar 16 Sekunden schneller als die Kartenzahlung mit Unterschrift. „An der Ladenkasse ist die Barzahlung noch immer das schnellste und kostengünstigste Zahlungsmittel", sagte Bundesbankvorstand Johannes Beermann.

          Zur Verteidigung des digitalen Bezahlens muss aber gesagt werden, dass zum Zeitpunkt der Studienerhebung kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone oder mit der Bankkarte im Vorbeigehen an der Kasse in Deutschland noch nicht so gängig und verbreitet war, während heute jedem Verbraucher diese Möglichkeit bei fast allen Supermärkten gegeben wird. Die Studie berücksichtigte diese Entwicklung durch eine entsprechende Simulation.

          Ein Ergebnis der Studie ist auch, dass die Höhe des Zahlungsbetrags sich auf die Bezahldauer auswirkt. Die Bezahldauer steigt demnach mit zunehmender Betragshöhe, das gilt vor allem für Barzahlungen. Kleine Beträge unter zehn Euro werden laut Studie im Durchschnitt in knapp 18 Sekunden beglichen.

          Begründet wird das damit, dass die Verbraucher die Preise der drei oder vier Sachen, die man im Korb hat, schon vorher kennen und bei der Zahlung schon auf die Gesamtsumme vorbereitet sind. Insgesamt sind Zahlungen mit Bargeld bis zu einem Zahlungsbetrag von 100 Euro am schnellsten, bei Beträgen darüber erweisen sich dagegen Kartenzahlungen als schneller, so die Studie.

          Bar zu zahlen, ist also schneller, als die PIN zu tippen oder die Bezahl-App am Smartphone auszuführen. Das mag viele nicht wundern. Ein anderer Punkt sind jedoch die Kosten. Wie bezahlen wir am günstigsten?

          Auch bei den Kosten liegen die Barzahlungen vorne, wenngleich die girocard-Zahlungen dicht darauf folgen. Bei den Kosten für Barzahlungen wurden anteilig die Personalkosten berücksichtigt, die mit Kassen-Tätigkeiten wie dem Ein-/Nachzählen des Wechselgeldbestands zu Schichtbeginn, Wegezeiten vom Kassenbüro zum Kassenplatz oder das Einzählen von zusätzlichem Münzrollenvorrat zusammenhängen.

          Vor allem Barzahlungen bis 50 Euro sind günstiger, da die Fixkosten bei Barzahlungen im Durchschnitt geringer seien, so die Studie, während bei höheren Zahlungsbeträgen die Bezahlung mit der Girocard die kostengünstigste Variante ist. Bezogen auf den Umsatz, wiesen aber laut der Studie kontaktlose girocard-Zahlungen die geringsten Kosten auf. Es folgen das elektronische Lastschriftverfahren, kontaktlose Kreditkartenzahlungen, dann die Barzahlungen und die Kreditkartenzahlungen mit Unterschrift.

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