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Ärgernis für Bankkunden : Warum die Zinsen weiter sinken und die Kontogebühren steigen

Deutschlandzentrale der ING Diba in Frankfurt am Main Bild: Wolfgang Eilmes

Bankkunden erhalten auf dem Tagesgeldkonto praktisch keine Zinsen mehr. Und fürs Girokonto kündigt eine Bank nun eine kräftige Gebührenerhöhung an. Wie geht es weiter?

          3 Min.

          Auf viele Bankkunden kommen höhere Gebühren für das Girokonto und noch niedrigere Zinsen auf dem Tagesgeldkonto zu. Die Direktbank ING Diba senkt an diesem Mittwoch die Tagesgeldzinsen für Bestandskunden um 90 Prozent, von 0,1 auf 0,01 Prozent im Jahr. Wer dort jetzt also 10.000 Euro für ein Jahr parkt, bekommt gerade noch 1 Euro Zinsen. Zugleich verzehrt die Inflation, die in Deutschland bei rund 1,6 Prozent liegt (vorläufige Schätzung des Statistischen Bundesamtes für März), etwa 160 Euro der Kaufkraft des Ersparten. Für Neukunden bleiben die Zinsen zunächst bei 0,75 Prozent; diese sind allerdings nur für vier Monate garantiert und gelten nur für Ersparnisse bis 50.000 Euro – nach Ablauf dieser Frist fällt der Zinssatz auf 0,01 Prozent zurück.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Wir geben zu, das sind keine guten Nachrichten“, schreibt die Bank in einem Brief an ihre Kunden – und rät ihnen, stattdessen lieber in Fonds zu investieren. Konkret nennt sie elf von ihr „Fondshelden“ genannte Anlageprodukte, dahinter stecken Aktien-, Misch- und Immobilienfonds unterschiedlicher Anbieter, die von der Fondsratingagentur Morningstar mit mindestens vier Sternen ausgezeichnet wurden. Dabei war es gerade die ING Diba gewesen, die in Deutschland das Tagesgeldkonto einst populär gemacht hatte, als andere Banken wie die frühere Dresdner Bank dafür warben, das Sparbuch gegen Investmentfonds einzutauschen. Die ING Diba gilt trotz mehrerer Zinssenkungsrunden bis heute als einer der Marktführer auf diesem Gebiet. Nach Angaben der Bank lagen zum Ende des Geschäftsjahres 2017 immerhin rund 124 Milliarden Euro auf dem „Extra-Konto“ und vergleichbaren Konten der Bank.

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