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Anlegen wie die Superreichen : Von alten Autos und jungen Frauen in der Südsee

Nicht nur Millionäre lieben das teuerste Auto der Welt, den 1962er Ferrari 250 GTO Berlinetta. Bild: Reuters

Die reichsten Menschen der Welt leben gern in London oder Vancouver. Sie geben viel Geld aus - nicht nur für Immobilien. Doch selbst die Superreichen spüren Gegenwind.

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          Träume hat fast jeder, sie kosten ja erst einmal nichts. Manche lassen sich ganz leicht verwirklichen, andere wiederum bleiben immer unerfüllt. Nur die Superreichen dieser Welt verfügen über das Privileg, sich zumindest all ihre materiellen Luxuswünsche in der Regel auch tatsächlich erfüllen zu können. Ganz abgesehen von Immobilien in Traumlagen stehen dabei offensichtlich klassische Automobile und Münzen auf der Wunschliste ganz oben. Dies hat jedenfalls die Immobilienberatung Knight Frank festgestellt. Auch die Rekordpreise einzelner Kunstwerke und farbiger Diamanten sprechen für sich.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Im vergangenen Jahr hat der Wert historischer Autos und Münzen, gemessen am Luxus-Investment-Index von Knight Frank, unter zehn ausgewählten Anlageklassen am deutlichsten zulegt - um 17 beziehungsweise 13 Prozent. Immobilien werden hier nicht berücksichtigt. Der Luxus-Index selbst ist um 7 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Ein Aktienindex wie der MSCI World hat im Jahr 2015 sogar 2,7 Prozent an Wert verloren. Die Entwicklung anderer edler Anlagen fiel gemischt aus. Auch Weine, Uhren, Juwelen und Kunstwerke waren gefragt, ihr Indexwert ist ebenfalls gestiegen. Abwärts ging es dagegen nicht zum ersten Mal für die Preise teurer Möbel.

          Dies alles ist kein neues Phänomen. Blickt man auf einen Zeitraum von zehn Jahren, dann haben Oldtimer laut Knight Frank in dieser Zeit rund 490 Prozent an Wert gewonnen, gefolgt von exzellenten Weinen mit einem überdurchschnittlichen Plus von 241 Prozent, Münzen mit 232 Prozent und Kunstwerken mit 226 Prozent. Der Knight-Frank-Luxus-Index selbst ist in diesem Zeitraum um rund 200 Prozent gestiegen. Für ausgewähltes Mobiliar ging es dagegen um fast 30 Prozent abwärts. Nach Ansicht von Knight Frank spricht der wachsende Wohlstand in den Schwellenländern für eine künftig noch steigende Zahl von Sammlern. Die Sammelobjekte würden als sichere Anlagen gelten, aber eben auch als Statussymbole, die zeigten, dass man es „geschafft“ habe.

          Starkes Jahr für zeitgenössische und moderne Kunst

          Und was macht den Automarkt aus? Rekorde seien im Jahr 2015 zwar nicht erzielt worden, heißt es von Knight Frank. Den halte weiterhin ein Ferrari 250 GTO Berlinetta Baujahr 1962, der bei einer Auktion von Bonhams im Jahr 2014 für 38 Millionen Dollar (rund 34,5 Millionen Euro) versteigert wurde. Allerdings seien im Jahr 2015 acht von 25 Fahrzeugen verkauft worden, die jemals bei einer Auktion mehr als 10 Millionen Dollar erzielt hätten. Nach Angaben der Beratungsgesellschaft hat es zudem neue Höchstsummen für einzelne Marken gegeben: ein Jaguar C-Type Works Lightweight für 13,2 Millionen Dollar, ein Porsche 956 für 10,1 Millionen Dollar und „trotz seiner Jugend“ ein McLaren für 13,75 Millionen Dollar. Kenner beobachten jedoch ein nachlassendes Wachstum. Auf dem Sammlermarkt mache sich der globale Rückgang der Liquidität wie auch der mögliche Anstieg der Zinsen bemerkbar.

          Diamanten funkelten aber niemals zuvor so hell wie im vergangenen Jahr. Im November gab ein Milliardär aus Hongkong bei einer Auktion von Sotheby’s in Genf 48,5 Millionen Dollar für einen blauen Riesendiamanten aus, der nun angelehnt an den Namen seiner Tochter „Blue Moon of Josephine“ heißt. Kurz zuvor hatte derselbe Käufer bei Christie’s für einen pinkfarbenen Diamanten („Sweet Josephine“) rund 28,6 Millionen Dollar bezahlt.

          Der Diamant „Blue Moon of Josephine“

          Zeitgenössische und moderne Kunst hatte nach Daten von Knight Frank ebenfalls ein sehr starkes Jahr. Das teuerste jemals versteigerte Gemälde sei mit 179 Millionen Dollar „Die Frauen von Algier“ (Women of Algier) von Pablo Picasso im Mai bei Christie’s gewesen. Modigliani rangiere mit seiner „Reclining Nude“ und den 170 Millionen Dollar, die ein Kunde aus Schanghai dafür bezahlt habe, nur knapp dahinter. Zudem habe ein Gemälde von Paul Gauguin mit zwei Frauen aus Tahiti („Nafea faa ipoipo“, übersetzt: „Wann heiratest Du?“) im Februar 2015 so viel erbracht wie wohl niemals der Verkauf eines Kunstwerks zuvor: Eine Käuferin aus Qatar soll rund 300 Millionen Dollar dafür bezahlt haben.

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