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Vermögensbarometer 2014 : Jeder Sechste kann sich Vorsorge nicht mehr leisten

Deutsche Sparschweine bekommen immer weniger Futter. Bild: dpa

Die Deutschen gelten als sparsames Völkchen. Doch das Bild beginnt zu bröckeln. Laut einer Studie spart jeder Dritte nicht mehr fürs Alter - viele, weil sie es sich nicht mehr leisten können.

          Jeder dritte Deutsche legt kein Geld fürs Alter zurück. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, die das Institut Icon durchgeführt hat. Im Vermögensbarometer der Sparkasse hatte noch vor zwei Jahren nur jeder Fünfte angegeben, keine Maßnahmen für die Altersvorsorge ergriffen oder geplant zu haben. 16 Prozent der Befragten sagen, dass sie sich das Sparen für schlechtere Zeiten finanziell nicht leisten können. 2012 waren es noch 12 Prozent.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Vor allem Geringverdienern fällt es laut der Studie schwer, Geld zur Seite zu legen. Von den Befragten mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 1000 Euro geben mehr als die Hälfte an, bisher nicht fürs Alter vorgesorgt zu haben, davon sagen 40 Prozent, zum Sparen nicht in der Lage zu sein.

          Doch auch die Gutverdiener mit monatlich mehr als 2500 Euro Einkommen sparen nicht so aktiv, wie sie es eigentlich könnten: 21 Prozent geben an, keine aktive Altersvorsorge zu betreiben.

          Besonders junge Menschen legen wenig zurück. Bei den 14 bis 29-Jährigen kümmert sich nur jeder Zweite (50 Prozent) um die Vorsorge, das sind 24 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Unter den Sparverweigerern sagt die eine Hälfte, dass sie sich damit noch nicht auseinandergesetzt hat, die andere Hälfte, dass sie es sich nicht leisten kann. Und das, obwohl praktisch keiner der unter 30-Jährigen glaubt, dass die gesetzliche Rente im Alter reichen wird.

          „Tatsächlich droht eine schleichende Entwertung des Sparprozesses in Deutschland. Dem muss gegengesteuert werden“, sagte Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon. Gerade mit Blick auf mittlere und einkommensschwache Haushalte müsse die Bedeutung des Sparens als Maßnahme zum Vermögensaufbau wieder besonders betont werden.

          Trotz aller Sorgen, die die geringe Sparneigung bei den Autoren der Studie auslöst, gibt es auch Positives zu berichten: So beschreibt ein Großteil der Deutschen (58 Prozent) die eigene finanzielle Situation als gut oder sogar sehr gut. Rund jeder Zehnte macht sich hingegen Sorgen, wenn er auf seine Finanzen blickt. Für die repräsentative Studie wurden 2000 Personen aller Altersgruppen ab 14 Jahren befragt.

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