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Depotbank : V-Bank zwingt Reiche zur Kasse

Nachdem mit der Einführung des Euros zunächst die Währungsvielfalt in der Vermögensverwaltung deutlich abgenommen habe, gebe es jetzt eine ganz klare Tendenz zu mehr Währungen, erzählt Kuhlmann und erwähnt Kunden, die Konten in asiatischen Währungen wie malayischem Ringgit oder indischer Rupie führen lassen. Der Schweizer Franken dagegen ist keine Alternative zum Euro, denn auf Franken-Konten erhebt die V-Bank schon seit Juni 2015 eine „Wertaufbewahrungsgebühr“ von derzeit satten 0,75 Prozent ab 10 000 Franken nicht angelegtem Geld. Dagegen ist der Dollar eine echte Alternative. Wer sein Depotverrechnungskonto von Euro in Dollar umstellt, entgeht der Gebühr.

Auch für bankunabhängige Vermögensverwalter wird es immer schwieriger

Kuhlmann nennt noch weitere Auswege. „Wir versuchen, die Kunden mit hoher Liquiditätshaltung von einer stärkeren Aktienanlage zu überzeugen“, sagt der Vermögensverwalter. Aktien, deren Kurse auch in schwankungsreichen Marktphasen stabil bleiben und die zudem eine Dividende zahlen, gebe es am deutschen Aktienmarkt aber kaum. Kuhlmann rät hier zu amerikanischen Aktien oder Schweizer Titeln wie Nestlé oder Givaudan. Immobilien hält er als Ersatz für die Liquiditätshaltung für nicht geeignet. Stattdessen hat er vor zwei Jahren einen Dachfonds aufgelegt, der in verschiedene Indexfonds (ETFs) investiert und bei niedrigem Risiko zwei bis drei Prozent Rendite erzielen soll. Kuhlmann preist diesen Fonds als Festgeldersatz an. Damit Kunden für den PAM-Wertinvest aber nicht den Ausgabeaufschlag in Höhe der angepeilten Jahresrendite zahlen müssen, muss das Depot bei Donner & Reuschel geführt werden.

Das zeigt: Auch für bankunabhängige Vermögensverwalter wird es immer schwieriger, für ihre Kunden eine positive Jahresrendite nach Abzug der bei Dachfonds üblichen hohen Kosten zu erwirtschaften. Die V-Bank zumindest ordnet ihre Entscheidung, von Oktober an Gebühren auf 500 000 Euro und mehr an Liquidität zu erheben, in einen größeren Zusammenhang ein. Tatsächlich haben Geschäftsbanken zunächst damit begonnen, an Firmenkunden und institutionelle Anleger wie Versicherer und Pensionskassen die Gebühren weiterzureichen, die ihnen von der Europäischen Zentralbank auf ihre „über Nacht“ dort angelegten Einlagen berechnet werden. 2014 dann hatte die Skatbank im thüringischen Altenburg auch für Privatkunden Negativzinsen ab 500 000 Euro auf dem Konto eingeführt. Darüber hinaus versuchen fast alle Banken, über zum Teil deutlich erhöhte Kontoführungsgebühren die bei der EZB immer weiter gestiegenen Kosten für Einlagen auszugleichen.

In diesem Sommer hat nun die genossenschaftliche Raiffeisenbank in Gmund am Tegernsee Negativzinsen ab 100 000 Euro auf Giro- und Tagesgeldkonten eingeführt. „Diese Entscheidung der Raiffeisenbank Gmund ist voraussichtlich eine Initialzündung für unsere Branche“, schreiben die Vorstände der V-Bank. Die dahinterstehende Logik sei einfach und zwingend. „Dieser können wir uns leider auch nicht entziehen“, schreiben sie den Vermögensverwaltern.

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