https://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/umfrage-von-art-basel-und-ubs-nachhaltige-kunst-ist-gefragt-18471204.html

Umfrage von Art Basel und UBS : Nachhaltige Kunst ist gefragt

Kunstmessen in Zeiten von Corona: Art Basel in Basel - Kunstwerk des iranischen Künstlers Hadi Fallahpisheh Bild: dpa

Der Handel mit Kunstwerken und Antiquitäten nimmt Kurs auf neue Rekorde. Doch der Markt wandelt sich. Sammler achten immer mehr auch auf Nachhaltigkeit.

          4 Min.

          Nur wenige Menschen werden sich, wenn sie das Werk eines alten Meisters im Museum bewundern, wohl Gedanken über das Thema Nachhaltigkeit machen. Dabei waren früher viele Farben und Dämpfe schädlich oder hochgiftig, das Gewinnen der Rohstoffe gefährlich sowie die Arbeits- und Lebensbedingungen oft schlecht. Auf der Habenseite dürfte zu verbuchen sein, dass die CO2-Bilanz damaliger Reisen eine ganz andere war und Leinwände oder Holz allein schon aus Kostengründen mehrfach verwendet wurden. Besonders nachhaltig ist es aber wohl, dass ein solches Gemälde überhaupt noch erhalten ist und von Kunstliebhabern noch heute bewundert werden kann.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Dennoch hält das omnipräsente Thema Nachhaltigkeit zunehmend Einzug auch in den Markt für Gemälde, Skulpturen und andere Kunstwerke. Viele Sammler sorgen sich über den CO2-Fußabdruck des Kunstmarktes. Dabei scheinen die allermeisten bereit zu sein, eine Prämie für nachhaltigere Sammeloptionen zu zahlen, um die Folgen ihres Handelns oder Kaufes für die Umwelt abzumildern. Dies ergibt jedenfalls eine Umfrage der Kunstmesse Art Basel zusammen mit der Schweizer Bank UBS unter mehr als 2700 sehr wohlhabenden Kunstsammlern auf der ganzen Welt. Zu den elf untersuchten Schlüsselmärkten zählen die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Festlandchina, die Sonderverwaltungszone Hongkong, Taiwan, Singapur, Japan und Brasilien.

          Laut der Analyse würde das Gros der Befragten (57 Prozent) für das Mehr an Nachhaltigkeit bis zu 25 Prozent zusätzlich für ein Kunstwerk bezahlen. 2019 sagten dies 45 Prozent. Fast alle würden einen Aufschlag von 5 Prozent zum Kaufpreis akzeptieren. Insgesamt zählt das Thema Nachhaltigkeit demnach zu den größten Sorgen der Sammler, mit einem Anteil von 28 Prozent liegt es darunter auf Platz vier. Die mit Blick auf den Kunstmarkt meisten Gedanken machen sich die Befragten aber über zunehmende Regulierung und Anforderungen an die Identifikation (46 Prozent), Rechtsfragen (40 Prozent) und Beschränkungen im internationalen Handel (33 Prozent).

          Höhere Preise für mehr Nachhaltigkeit

          Die Sorgen haben konkrete Folgen: Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Befragten denken über nachhaltigere Möglichkeiten für ihre Kunstaktivitäten nach. 2019, im letzten Jahr vor der Pandemie, sagten dies nur 62 Prozent. Neben der Zahlung eines höheren Preises sieht es eine große Mehrheit dieser Kunstliebhaber auch als essenziell an, sich in den kommenden zwei Jahren an einer Palette nachhaltiger Praktiken zu beteiligen. Besonders häufig genannt werden etwa die Nutzung ausschließlich digitaler Kataloge, Analysen und sonstiger Informationen anstelle von Gedrucktem und der Kauf von nachhaltig produzierter Kunst. Wichtige Aspekte sind zudem der Einsatz von wiederverwertbaren oder recycelten Versandmaterialien und der Transport an sich – weniger, gebündelt, der Vorzug des Landtransports vor dem Luftweg. Viele Befragte wollen auch den CO2-Fußabdruck kunstbezogener Reisen ausgleichen oder sich mehr auf lokale Aktivitäten konzentrieren.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Deutschlands Banken sind nicht übermäßig bemüht, die höheren Zinsen der EZB an die Sparer weiterzugeben.

          Neobroker und das Tagesgeld : Das Wettrennen um die besten Zinsen

          Die Banken geben die höheren Zinsen der EZB nur sehr zögerlich an Sparer weiter. Jetzt stoßen die Neobroker in die Lücke, die eigentlich auf ETF und Sparpläne spezialisiert sind. Lohnen sich die neuen Angebote?
          Munition für eine Panzerhaubitze, aufgenommen am 17. Oktober 2022 auf dem Truppenübungsplatz in Ostenholz.

          F.A.Z. exklusiv : Bundeswehr bestellt Ukraine-Material kaum nach

          Vertrauliche Unterlagen aus dem Finanzministerium zeigen: Die meisten Bestände der Bundeswehr, die an die Ukraine geliefert wurden, blieben unersetzt, obwohl Geld dafür bereitstand.
          Ist die Wirtschaftslage in den USA tatsächlich so rosig? (Symbolfoto)

          Wirtschaftslage in den USA : Amerika steht am Rande der Rezession

          Günstige Energie und Subventionen machen Amerika zum Sehnsuchtsort deutscher Konzerne. Doch konjunkturell ist die Lage nicht rosig. Wie es weiter geht, hängt vor allem von den Amerikanern selbst ab.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.