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Trotz niedriger Zinsen : Deutschen vergeht die Lust am Sparen nicht

Trotz magerer Zinsen noch immer das beliebteste Anlageprodukt der Deutschen: Das gute, alte Sparbuch. Bild: dpa

Sparen, das bringt doch gar nichts mehr bei den niedrigen Zinsen, mag manch einer sagen. Doch die Deutschen legen laut einer Studie weiter eifrig Geld zur Seite, die meisten mehr als 100 Euro im Monat.

          Obwohl die Zinsen auf historisch niedrigem Niveau verharren, legen die Deutschen weiter eisern Geld zur Seite. Allerdings stecken sie ihr Geld oft in sichere Produkte, die auf Dauer wenig Zinsen bringen. Das hat eine Umfrage zum Anlageverhalten im dritten Quartal 2014 ergeben, die das Forsa-Institut im Auftrag von Union Investment durchgeführt hat.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Auch wenn sie das Niedrigzinsumfeld als belastend empfinden, sparen gut drei Viertel der Befragten (77 Prozent) jeden Monat einen festen Betrag. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) legen mindestens 100 Euro zur Seite. Jeder vierte Anleger spart der Umfrage zufolge monatlich zwischen 50 und 100 Euro, nur 4 Prozent weniger als 50 Euro. „Das Ergebnis zeigt, dass es um die Sparbereitschaft hierzulande immer noch gut bestellt ist“, sagt Giovanni Gay von Union Investment.

          Jedoch nimmt nur etwa jeder dritte Sparer die niedrigen Zinsen zum Anlass, seine bisherige Anlagestrategie zu überprüfen. Die beliebtesten Anlageformen sind mit einem Anteil von 76 Prozent weiterhin kaum verzinste Produkte wie Sparbuch, Girokonto und Banksparpläne. Hierbei ist das Sparbuch trotz der geringen Rendite für die meisten Deutschen das bevorzugte Anlageprodukt, um ihre Sparziele zu erreichen wie etwa Rücklagen für Ausgaben zu bilden, sich gegen Notfälle abzusichern oder für die Familie zu sparen.

          Obwohl die meisten Deutschen (81Prozent) angeben, auch auf die Rendite zu achten, sind etwas mehr als die Hälfte der Befragten nicht bereit, in Geldanlagen zu investieren, die auch ins Minus rutschen könnten. 45 Prozent geben hingegen an, kurzfristige Kursverluste zu akzeptieren, wenn im Gegenzug eine deutlich höhere Rendite winkt. „Der Wunsch nach Rendite und das traditionelle Sparverhalten der Deutschen passen nicht zusammen. Anleger nehmen mit ihrer Sparbuchmentalität langfristig Ertragseinbußen in Kauf“, sagt Gay.

          Neben der Rendite ist es für deutsche Sparer besonders wichtig, flexibel auf ihre Ersparnisse zugreifen zu können. Neun von zehn befragten Privatanlegern finden es unabdingbar, jeder Zeit an einen Teil ihres Ersparten heran zu kommen. Deshalb schrecken 71 Prozent der Befragten vor langen Laufzeiten bei Sparplänen zurück. Für die Erhebung wurden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren befragt.

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