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Preiswettbewerb : Aktiensparplan zum Nulltarif

Aktiensparen wird jetzt noch billiger möglich. Bild: Reuters

Aktiensparpläne haben viele Online-Broker im Angebot, meist zu recht ähnlichen Konditionen. Nun aber attackiert das Fintech Trade Republic mit einem Angebot zum Nulltarif.

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          Sparpläne gehören von jeher zum Geschäft der Online-Broker. Den Anfang machten Investmentfonds, die diese mit Rabatt auf den Ausgabeaufschlag anboten, was Ende der neunziger Jahre unerhört innovativ war. Mit den preisgünstigen börsengehandelten Indexfonds (ETF), für die es in der Regel keine Ausgabeaufschläge gibt, kamen diese Sparpläne dazu. Zudem gibt es noch Sparpläne auf Einzelaktien, mit denen man sich gegebenenfalls seinen eigenen Fonds stricken oder die Altersvorsorge mit dem Schicksal eines Unternehmens verknüpfen kann. Die Anbieterzahl ist überschaubar. Zu den acht etablierten Brokern ist nun auch der Smartphone-Broker Trade Republic dazu gestoßen.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wie es sich für ein sogenanntes „Fintech“ zu gehören scheint, mit aggressiven Konditionen. Erstmals in Deutschland können Aktien nämlich nun kostenfrei planmäßig gekauft werden. Bisher war mit Kosten von 0,2 Prozent (mindestens aber 80 Cent) der Anbieter Smartbroker am günstigsten, während etablierte Häuser wie Consors oder der S-Broker der Sparkassen Gebühren zwischen 1,5 und 2,5 Prozent des Sparbetrags abzogen.

          Smartbroker richtet sich mit einer Mindestrate von 125 Euro an die etwas sparkräftigere Kundschaft. Üblich waren bisher mindestens vierteljährlich 25 bis 50 Euro, die anzulegen waren. Bei Trade Republic fängt das Aktiensparen nun mit 10 Euro im Quartal an. Auch das Angebot ist mit 1000 Aktien umfangreicher als das der Konkurrenz. Bisher lagen mit rund 580 Aktien die Sparkassen vorne.

          Da nun viele Aktien einen Preis von mehr als 10 Euro haben, bietet Trade Republic auch den Erwerb von Bruchteilen an. Neu ist das indes nicht, dies ermöglicht die Mehrheit der Anbieter. Trade Republic erwirbt dabei die Aktien, hält diese als Sondervermögen und teilt den Sparplankäufern Rechte zu. Stimmrechte können so zwar nicht in Anspruch genommen werden, aber Dividenden anteilig ausgeschüttet. Deren Auszahlung ist auch bei anderen Anbietern üblich, nur die Deutsche Bank Maxblue macht eine Ausnahme und bietet die automatische Wiederanlage an. Indes ist das Anlageuniversum mit 30 Aktien das kleinste.

          „Mit unserem erweiterten Angebot leisten wir abermals einen entscheidenden Beitrag dazu, den deutschen Kapitalmarkt zu demokratisieren“, sagt Christian Hecker, einer der Gründer von Trade Republic und betont, dass es sich beim Nulltarif für Aktiensparpläne keineswegs um ein Lockangebot handele. „Das Problem etablierter Banken ist eine Vielzahl gewachsener Systeme, die recht teuer sind. Wir haben eine Bank mit einer komplett neuen Kerninfrastruktur ,auf der grünen Wiese‘ gebaut“, sagt Hecker.

          So habe man sehr viel geringere Kosten und ein Sparplan zum Nulltarif sei daher vielleicht kein hochmargiges Produkt, aber auch keines mit dem man Verluste mache. „Unser Angebot zielt auf Kunden, die uns über Jahrzehnte begleiten, auch wenn das kurzfristig vielleicht etwas weniger Umsatz bedeutet.“ Deswegen biete man auch im Handel mit Einzelaktien nur 8000 Werte an. Damit aber bilde man 95 Prozent der Mittelflüsse im Xetra-Handel ab. „Für neun von zehn Anlegern sollte dies das richtige Angebot sein.“

          Trade Republic hat gleichzeitig auch die Mindestanlage für ETF-Sparpläne auf 10 Euro gesenkt. Ein solches Angeboit gibt es bisher nur von der Plattform Fondssupermarkt. Mit 300 ETF bietet Trade Republic indes nur eine vergleichsweise kleine Auswahl. Andere Online-Broker bieten Sparpläne für eine mehr als doppelt so große Zahl von ETF.

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