https://www.faz.net/-hbv-90ztw

Stiftung Warentest : Bei mehr als 60 Euro Gebühren im Jahr Konto wechseln

  • Aktualisiert am

Den Überblick im Gebührendschungel der Banken behalten nur noch die wenigsten. Bild: dpa

Banken entwickeln bei der Entwicklung immer neuer Gebühren große Kreativität. Die Zeitschrift „Finanztest“ fand unter allen geprüften Gehalts- und Girokonten nur noch 23 komplett kostenfreie Modelle.

          1 Min.

          Wer für sein Girokonto mehr als 60 Euro Gebühren im Jahr zahlt, sollte nach Ansicht der Stiftung Warentest zu einem günstigeren Konto wechseln. Die Verbraucherexperten prüften für die September-Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ 231 Gehalts- und Girokonten von 104 Banken, wie die Stiftung am Dienstag vorab mitteilte. Dabei fanden sie noch 23 Kontomodelle, die komplett kostenfrei sind. Die Grünen übten Kritik am „Gebührendschungel“.

          Derzeit sind laut „Finanztest“ neun Direktbanken sowie 14 überregionale und regionale Filialbanken noch kostenfrei. Viele andere Banken entwickeln hingegen eine große Kreativität, um sich neue Gebühren auszudenken. So ist beispielsweise für Kunden der Frankfurter Volksbank, die ein Konto mit Einzelabrechnung haben, das Geldabheben nur während der Geschäftszeiten der Filiale kostenfrei.

          Das ist nach Angaben von „Finanztest“ zulässig, „aber alles andere als kundenfreundlich“. Erst kürzlich hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass auch Gebühren für eine SMS mit einer TAN berechnet werden dürfen. Das ist aber nur dann zulässig, wenn der Kunde mit dieser SMS-TAN anschließend einen Zahlungsauftrag erfolgreich abschließt.

          Verbraucher behalten immer schwerer den Überblick

          Die Grünen-Verbraucherpolitikerin Nicole Maisch erklärte, es werde angesichts der „Kreativität vieler Banken und Sparkassen bei der Gebührenerhebung“ immer schwieriger für Verbraucher, den Überblick zu behalten und Konten miteinander zu vergleichen. Gängige Leistungen wie Abhebungen müssten wieder einheitlich durch die Kontoführungsgebühr abgedeckt sein, versteckte Zusatzkosten für Standardleistungen dürfe es nicht geben, forderte sie.

          Ein Kontowechsel ist nach Einschätzung der Experten bei der Stiftung Warentest relativ einfach, sollte aber gut durchdacht sein. Zunächst sollten Kunden bei ihrer Bank nachfragen, ob es ein Kontomodell gibt, das günstiger ist als das bisherige. Die Nutzung von Kontoauszugsdruckern, Geldautomaten und Selbstbedienungsterminals kann ebenfalls zur Ersparnis beitragen.

          Seit September 2016 müssen die alte und die neue Bank beim Kontowechsel zusammenarbeiten. Die bisherige Bank muss eine Übersicht aller Buchungen der vergangenen 13 Monate liefern, die künftige Bank soll alle Zahlungspartner von der neuen Kontoverbindung schriftlich informieren. Beide Banken haften für Schäden, die aus einem fehlgeschlagenen Kontowechsel entstehen.

          Weitere Themen

          Libra startet mit vielen Zweifeln

          Digitale Währung : Libra startet mit vielen Zweifeln

          Von den 28 Gründungsmitgliedern sind 21 übrig geblieben. Und während die Zahl der Partner geschrumpft ist, gerät auch der Zeitplan für das Projekt ins Wanken.

          Was Fonds-Anleger beachten müssen

          Der Steuertipp : Was Fonds-Anleger beachten müssen

          Für Anleger mit Fondsanteilen sollte die Steuererklärung eigentlich einfacher werden. Doch im Fall von Auslandsdepots sind immer noch spezielle Anlagen zur Erklärung erforderlich.

          Topmeldungen

          Das Symbol der Türkei, weißer Halbmond und Stern auf rotem Untergrund.

          Syrien-Konflikt : Gut so, Wolfsburg!

          In der Türkei können VW und andere auch später noch Werke bauen – aber erst, wenn dort wieder Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Friedfertigkeit gelten.
          Sogenannte Fußballfans in Bulgarien, einem „der tolerantesten Länder der Welt“?

          Gegen den Hass : Die Strafen müssen weh tun

          Im Fußball hat sich ein Klima entwickelt, in dem sich Rassisten und Nazis ungeniert ausleben. Sanktionen schlugen bislang fehl. Ohne Punktabzüge und Disqualifikationen wird es nicht gehen. Aber selbst das reicht nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.