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Schneller Geld verschicken : Überweisungen in Echtzeit

Per Fingerdruck überweisen. Bild: EPA

Per Online-Banking wollen die Sparkassen Überweisungen innerhalb von Sekunden möglich machen. Funktioniert das?

          2 Min.

          Es ist ein Thema, über das sich viele Bankkunden schon mal geärgert haben: Bei Überweisungen kann es dauern, bis das Geld beim Empfänger ankommt. Im Augenblick gibt es aber Bestrebungen, das in ganz Europa zu ändern. „Echtzeitüberweisung“ nennt sich ein neuer Service, der jetzt schrittweise von den Banken eingeführt wird. Die Frankfurter Sparkasse schreibt gerade ihre Kunden an, dass sie vom 10. Juli an solche Überweisungen in Sekundenschnelle beim Online-Banking möglich machen will, und bittet sie um Zustimmung für eine entsprechende Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Ein Großteil der Sparkassen plant offenbar parallel denselben Schritt.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Voraussetzung für die mehr als 400.000 Kunden der Frankfurter Sparkasse ist lediglich, dass sie ein Konto haben, das für das Online-Banking freigeschaltet ist, und die Internetfiliale (das ist die Website des Instituts) oder die Sparkassen-App („S-App“) nutzen. Für die Privatkonten sollen die neuen Online-Überweisungen sogar unentgeltlich sein. Obergrenze für eine Überweisung sind 15.000 Euro. Die Frankfurter Sparkasse weist darauf hin, dass solche Überweisungsaufträge nach dem Zugang bei der Sparkasse nicht mehr widerrufen werden könnten.

          Überweisung in 2,5 Sekunden

          Seit November vorigen Jahres gibt es die Infrastruktur für solche Überweisungen in Europa, der Rahmen dafür war auf Initiative der Europäischen Zentralbank geschaffen worden. Das erste Institut in Deutschland, das seinen Kunden eine solche Echtzeitüberweisung angeboten hat, war die Hypovereinsbank in München. Insgesamt haben im vorigen Jahr zunächst 17 Banken in Europa damit begonnen, inzwischen sollen es insgesamt 20 sein, die sich beteiligen. Mehrere Banken in Deutschland, darunter die Deutsche Bank, planen im Oktober oder November an den Start zu gehen. Die Commerzbank wollte sich auf Anfrage noch nicht auf einen Termin festlegen.

          Die Erfahrungen mit den Echtzeitüberweisungen seien bisher sogar besser als erwartet, berichtet die Hypovereinsbank, wenn auch die Zahl der Transaktionen am Tag bisher niedrig sei. „Das Feedback der Kunden ist sehr positiv“, sagte Thomas Dusch, einer der Verantwortlichen bei der Hypovereinsbank. Im Schnitt würden mit dem System „mittlere vierstellige Beträge“ in Echtzeit überwiesen.

          Allerdings ist es wohl so ähnlich wie seinerzeit bei der Erfindung der E-Mail: Solange nur man selbst E-Mails schreiben und empfangen kann und keiner seiner Bekannten, hilft einem das wenig. Bei der Hypovereinsbank hatte man als Musterbeispiel bei der Einführung der Echtzeitüberweisung einen Geldbetrag in 2,5 Sekunden an ein Konto der italienischen Muttergesellschaft Unicredit verschickt. An andere Banken in Deutschland ist das derzeit noch nicht möglich, entsprechend machen das wohl auch noch nicht sehr viele Leute. Aber wenn jetzt eine ganze Reihe von Sparkassen mit in den Kreis kommen und im Herbst die Deutsche Bank und womöglich noch die Commerzbank, wird das für Kunden attraktiver. Langfristig sind die Pläne mit den Echtzeitüberweisungen, die ein Teil der Idee von „Instant Payment“ („augenblicklichem Zahlungsverkehr“) sind, noch viel weitergehend. Irgendwann könnte in diesem Verfahren sogar der gesamte Zahlungsverkehr abgewickelt werden.

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