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Auf der hohen Kante : Für jeden zweiten Deutschen ist Sparen ein guter Vorsatz

Nicht vom Aussterben bedroht: In Deutschland jauchzt das Sparschwein vor Freude. Bild: Picture-Alliance

Laut einer Umfrage hat ein Viertel der Bundesbürger hat 2017 mehr gespart als geplant. In bestimmten Regionen Deutschlands wurde das Sparschwein sogar besonders gemästet.

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          Auch wenn viele Menschen in diesen Tagen vor allem auf das nahe Weihnachtsfest blicken, steht kurz danach mit dem Jahreswechsel schon das nächste wichtige Ereignis vor der Tür. Mit dem Start in ein neues Jahr beginnt nicht nur der Kalender, von vorn zu laufen. Für viele wohlbekannt sind Vorsätze, künftig einiges besser zu machen, wenn erst einmal ein dicker Strich unter dem Alten steht. Mehr Sport, weniger Gewicht sind beliebte Vorhaben der Deutschen, auch Finanzielles steht für viele weit oben – wieder und wieder.

          Kerstin Papon
          (kpa.), Finanzen, Wirtschaft

          Und für rund die Hälfte der Bundesbürger war Sparen sogar der wichtigste Vorsatz für dieses Jahr. Dies ergibt jedenfalls eine repräsentative Umfrage der Norisbank. Dieses Vorhaben gehörte nicht zu denjenigen, die rasch nach dem Jahreswechsel wieder über Bord geworfen wurden. Denn viele Deutsche haben ihre Pläne auch in die Tat umgesetzt. Im Durchschnitt habe sogar jeder Vierte mehr gespart als zuvor – Tendenz steigend, zeigt die Umfrage. Vor einem Jahr sagte das nur gut jeder Sechste. Vor allem die Menschen im Süden und Norden des Landes haben mit jeweils rund 28 Prozent mehr auf die hohe Kante gelegt als der Bundesdurchschnitt von gut 25 Prozent.

          Männer optimistischer als Frauen

          So wichtig der Spargroschen auch ist, rund 45 Prozent der von der Norisbank befragten Bundesbürger haben im Jahr 2017 weniger gespart als im Jahr davor. Das liegt laut der Umfrage häufig nicht einmal an den niedrigen Zinsen. Denn mehr als zwei Drittel der Umfrageteilnehmer hätten nach eigenen Angaben so oder so weniger gespart und mehr konsumiert. Und während 2016 sogar noch gut 40 Prozent der Befragten angaben, ihr Geld angesichts des Niedrigzinsumfelds bewusst ausgegeben zu haben, tat das in diesem Jahr weniger als ein Drittel. Laut der Umfrage der Norisbank sparten vor allem Deutsche mit höheren Einkommen weniger und gaben stattdessen mehr Geld aus. Dieses Verhalten korrespondiert mit einem weiteren Ergebnis. Denn als Hauptgrund für die Motivation zum Sparen gaben die meisten Befragten an, ein finanzielles Polster gebe ihnen das Gefühl von Sicherheit. Dies sagte im Durchschnitt rund die Hälfte der Bundesbürger. Der zweitwichtigste Spargrund: die Planung einer größeren Anschaffung. Deswegen hat ein Drittel der Befragten gespart.

          Und die Aussichten für das Sparjahr 2018 scheinen nicht schlecht zu sein. Dieser Schluss liegt zumindest beim Blick auf eine ebenfalls repräsentative Umfrage der Postbank nahe. Demnach blicken im Durchschnitt 58 Prozent aller Deutschen für das kommende Jahr eher optimistisch auf ihre Finanzen nach 52 Prozent im Jahr davor. Pessimistisch ist durchschnittlich nur rund ein Viertel der Bundesbürger. Dabei sind Männer deutlich optimistischer als Frauen, häufig verdienen sie auch mehr. Laut der Postbankumfrage sind hierzulande zwei Drittel der Männer davon überzeugt, dass sich ihre Finanzen im kommenden Jahr positiv entwickeln werden. Im Jahr 2016 äußerte sich nur gut die Hälfte so. Ein Fünftel der befragten Männer ist sogar sehr optimistisch gestimmt, auch hier ein deutlicher Anstieg.

          Sparen kann man auf vielerlei Art und Weise. Bleibt über den Notgroschen für eine kaputte Waschmaschine oder eine dringende Autoreparatur hinaus noch etwas übrig, könnten Anleger mit diesem Geld auch Schulden tilgen. Dies rät nicht nur die Postbank. Denn häufig haben Immobilienkredite Sondertilgungsrechte, für den Fall, dass zum Beispiel vom Weihnachtsgeld noch etwas übrig bleibt.

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