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Indexfonds verstehen : So kaufe ich einen ETF

Blackrock ist einer der größten Anbieter von ETF. Bild: Reuters

Noch nie waren Indexfonds so beliebt: Mit ihnen lässt sich die ganze Börse kaufen. Doch wie den richtigen ETF auswählen? Eine Gebrauchsanleitung.

          2 Min.

          1. Den Namen entschlüsseln

          ETF (die Abkürzung steht für Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Indexfonds) werben landauf, landab mit einem großen Versprechen: Keine Form der Geldanlage sei leichter zu verstehen. Im Prinzip ist das auch richtig. Denn ETF bilden exakt die Wertentwicklung eines Börsenbarometers wie beispielsweise des Dax nach. Legt der Dax, wie seit Jahresanfang geschehen, um rund 23 Prozent zu, ist auch der ETF 23 Prozent im Plus. Verliert er dagegen 23 Prozent, notiert auch der ETF mit 23 Prozent im Minus. Eigentlich eine einfache Sache.

          Dennis Kremer
          Redakteur im Ressort „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wer allerdings im Internet oder in Werbeprospekten die Angebote der großen ETF-Anbieter wie der Deutsche-Bank-Tochtergesellschaft db x-trackers, des Marktführers iShares oder anderer Gesellschaften anschaut, ist schnell verwirrt: Einfach ist hier auf den ersten Blick nichts mehr. Stattdessen wird der Anleger heimgesucht von allerlei merkwürdig klingenden Namen: Was verbirgt sich beispielsweise hinter einem ETF mit der Bezeichnung „iShares MSCI World Minimum Volatility“?

          Hieran lässt sich exemplarisch verdeutlichen, wie man anhand der Bezeichnung eines ETF auf dessen Inhalt schließen kann. Am Anfang steht stets der Name des Anbieters: In diesem Fall handelt es sich um iShares, eine Tochtergesellschaft von Blackrock, dem größten Vermögensverwalter der Welt. Hierauf folgt in der Regel der jeweilige Index, dessen Wertentwicklung der ETF nachzeichnet. In unserem Beispiel ist dies der sogenannte „MSCI World“. Dieser Index heißt so, weil ihn die Firma MSCI berechnet und weil er sich aus mehr als 1600 großen Aktien aus der ganzen Welt zusammensetzt. Anders als es die Bezeichnung nahelegt, sind in diesem Index allerdings nur Aktien aus Industrieländern enthalten. Wer auch die Schwellenländer hinzunehmen möchte, muss nach dem „MSCI All Country World“ Ausschau halten.

          Was aber soll nun der Zusatz „Minimum Volatility“? Übersetzt heißt dies „minimale Schwankungen“. Dahinter steckt eine Spezialform des „MSCI World“-Barometers, das nur die Aktien aufnimmt, deren Kurse über längere Zeiträume betrachtet vergleichsweise wenig gefallen sind. Etwas unübersichtlich ist die Sache häufig auch bei Anleihe-ETF. Hinter dem „Amundi ETF Euro Corporates“ beispielsweise verbirgt sich ein ETF der Firma Amundi, der die Wertentwicklung eines Index für europäische Firmenanleihen abbildet. Der Anbieter unterschlägt hier den vollen Namen des Index, verwendet aber zwei Signalwörter, die bei der Identifizierung helfen: „Corporates“ und „Euro“. „Corporates“ ist die Kurzform von „Corporate Bonds“, was übersetzt „Unternehmensanleihen“ bedeutet. Und die notieren in diesem Fall eben in Euro. Handelt es sich um europäische Staatsanleihen, taucht im Namen des ETF dagegen in der Regel der Zusatz „Euro Government Bonds“ auf. Häufig findet sich sowohl bei Aktien- als auch bei Anleihe-ETF am Ende des Namens noch das Buchstabenkürzel „UCITS“. Es steht dafür, dass der Fonds im Einklang mit europäischen Regulierungsvorschriften aufgelegt wurde, hat aber ansonsten nichts zu bedeuten.

          Bild: F.A.Z.

          2. Den passenden Index wählen

          Wer verstanden hat, was sich hinter dem Namen eines ETF verbirgt, kann nun nach dem passenden Index für sich Ausschau halten. Die Auswahl ist nahezu grenzenlos: Für fast jede Börse der Welt gibt es mittlerweile einen ETF. Für Einsteiger empfiehlt es sich darum, auf bekannte Aktienbarometer zu setzen. Dazu zählt selbstverständlich der deutsche Dax, aber auch der Euro Stoxx 50, zu dem die 50 größten Firmen des Euroraumes gehören. Die meisten größeren Aktienindizes wie der Dax folgen dem Prinzip der Marktkapitalisierung. Das bedeutet: Je mehr Aktien einer Firma es gibt und je höher deren Börsenkurs, umso größer ist auch ihr Gewicht im Index.

          3. Auf die Kosten achten

          Für ETF sind zwar wesentlich niedrigere Gebühren fällig als für aktive Fonds, für die ein Fondsmanager verantwortlich ist. Trotzdem lohnt es sich, auch bei ETF zu vergleichen: Indexfonds auf den Dax unterscheiden sich üblicherweise nicht groß. Darum sollte sich ein Anleger in diesem Fall für den günstigeren ETF entscheiden. Viele Anbieter verbergen die Gebühren auf ihren Internetseiten hinter der Buchstabenkombination „TER“ - dies ist die englische Abkürzung für „Gesamtkostenquote“. Eine Auswahl günstiger ETF findet sich in der Tabelle.

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