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Sinnlich investieren : Oldtimer sind die beste Luxuswertanlage

Bild: Gemeinfrei

Es müssen nicht immer Aktien und Anleihen sein. Auch andere Wertanlagen wie Luxusgüter haben einen ganz speziellen Reiz - neben einer saftigen Rendite dienen sie auch noch als Statussymbol.

          Geld zu haben ist etwas Schönes. Eine hohe Rendite zu erzielen ist zwar genauso schön, aber oftmals sehr unattraktiv. Denn mit Anleihen, Aktien und Zertifikate kann man zwar gut Geld verdienen, aber wirklich zeigen möchte man das nicht. Denn diese Wertpapiere haben einen entscheidenden Nachteil: Als Statussymbol taugen sie nicht. Wer seinen Reichtum nach außen tragen möchte und gleichzeitig eine saftige Rendite einstreichen möchte, muss also auf Luxusgüter setzen. Den Ideen sind dabei wenig Grenzen gesetzt, und sie reichen wesentlich weiter als das klassische Gold. Denn zu den Luxusgütern zählen neben Schmuck auch Uhren, Münzen oder Weine. Aber auch antike Möbel, chinesisches Porzellan, Briefmarken und sogar Oldtimer zählen als Luxuswertanlage. Nun hat die Beratungsagentur Knight Frank den Luxury Investment Index veröffentlicht, der zeigt, wie sich ebendiese Güter in den vergangenen zehn Jahren entwickelt haben.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Überraschung: Die neun Güter haben sich - zusammen gerechnet - besser entwickelt als etwa der F.A.Z.-Index. So gewannen die Luxusgüter 174 Prozent - der F.A.Z.-Index nur 55 Prozent. Lediglich Gold schnitt besser ab und liegt im Vergleichszeitraum bei einem Plus von etwa 380 Prozent. Allerdings ging es bei dem Edelmetall seit Jahresanfang um knapp 30 Prozent nach unten.

          Besonders überdurchschnittlich haben sich alte Autos entwickelt. In den vergangenen zehn Jahren haben sie ihren Wert mehr als vervierfacht - und schlagen damit sogar Gold. Als Grund für den starken Anstieg sehen die Analysten von Knight Frank die starke Nachfrage aus Asien nach den Autos, wo sie einen noch größeren Kultfaktor als hierzulande haben. Das angesagte Finanz-Blog Alphaville fragt schon, ob eine Oldtimer-Blase drohe. Die Zahlen basieren auf dem Historic Automobile Group International Index. Das heißt aber nicht, dass man sich heute einen Mercedes kaufen sollte. Bis ein Auto wieder an Wert gewinnt, müssen viele Jahre vergehen. In den ersten Monaten und Jahren zeigen die Preise der Autos nur nach unten.

          Antike Möbel kein gutes Investment

          Auch seltene Briefmarken sowie Münzen haben sich überdurchschnittlich gut entwickelt und stark zugelegt. Auf der Habenseite steht ein Plus von 255 und 225 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. „Briefmarken und Münzen haben ihren langfristigen Wertgewinn wieder bestätigt und ihren Ruf als echte Anlagealternative gefestigt“, heißt es in der Studie.

          Gemischter ist die Situation bei Kunstgegenständen. Während sie über zehn Jahre um etwa 180 Prozent an Wert gewonnen haben, ging es in den vergangenen zwölf Monaten um etwa 6 Prozent nach unten - der stärkste Verlust von allen Luxus-Anlageklassen. Bei Knight Frank heißt es, der Markt werde auch weiterhin volatil bleiben. „Auch wenn manche Künstler Rekordergebnisse bei Versteigerungen erzielen, sind viele Käufer vorsichtiger geworden“, schätzen die Analysten den Markt ein.

          Ein schlechtes Investment waren allerdings antike Möbel. Wer sich schon immer einen alten Echtholzsekretär aus Eiche kaufen wollte, kann das gern machen - er sollte das nur nicht als Investment mit Renditechancen sehen, sondern eben nur als Möbelstück. So haben antike Möbelstücke in den vergangenen zehn Jahren knapp 20 Prozent an Wert verloren. „Möbel werden auch weiter an Boden verlieren, da der antike Stil immer mehr an Popularität verliert“, fassen die Analysten der Studie zusammen.

          Der Wertanstieg der Luxusgüter ist vor allem ein Zeichen der steigenden Verunsicherung auf verängstigten Märkten. Das sieht man schon allein daran, dass die Güter den größten Preisanstieg in den Jahren 2007 und 2008 verzeichneten, als die Finanzkrise zuschlug. Investoren schlagen momentan bei allem zu, was Knappheit verspricht und nicht von einer negativen Zinsbelastung wie etwa bei Staatsanleihen bedroht ist. Ob die hohe Nachfrage aber längerfristig für Stabilität auf den Luxusmärkten sorgen wird, ist zumindest unsicher.

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