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„Schlag den Meck“ : Geld gewinnen mit den Holländern

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Geld gewinnen mit den Holländern: Wer macht mehr aus 25.000 Euro? So lautet die Wette von „Schlag den Meck“ in der Saison 2018/19. Bild: Reuters

Wer schlägt die Sonntagszeitung im Börsenspiel? Redakteur Georg Meck setzt auf eine holländische Bank und eine Rakete aus Kalifornien.

          Die holländische Bank ING will die deutsche Commerzbank kaufen. Diese Spekulation beschäftigte in der Karwoche die Märkte. Dahinter geriet eine handfeste Nachricht völlig in den Hintergrund: „Sonntagszeitung kauft ING.“ Das ist verbürgt. Nein, wir übernehmen die Bank nicht ganz, aber immerhin 400 Aktien zum Preis von exakt 4878,64 Euro – als Einsatz für unser Börsenspiel.

          Wer macht mehr aus 25 000 Euro? So lautet die Wette von „Schlag den Meck“ in der Saison 2018/19. Unser Geld ist echt, das der anderen Teilnehmer fiktiv, auf einem Depot mit Spielgeld hinterlegt, leicht zu finden auf www.faz.net/sdm. Zu gewinnen gibt es ein Wochenende im Luxushotel Schloss Elmau in den bayerischen Alpen, abgerechnet wird im Sommer. Im Moment stehen exakt 151 Leser vor uns in dem Wettbewerb, was uns, Optimisten, die wir sind, mehr anspornt als entmutigt:

          Da geht noch mehr! So schlecht ist die Performance in unserem Depot bisher nicht: BASF und Continental haben sich als die soliden deutschen Konzerne erwiesen, als die wir sie ausgeguckt haben. Beide Aktien sind im Wert gestiegen, jeweils um etwa sechs Prozent. Gut 500 Euro stehen wir damit im Plus, das hilft für die Oster-Geschenke der Kinder. BASF und Conti bleiben im Depot, wir lassen die Gewinne laufen. Außerdem greifen wir nun nach der ING, den orangefarbenen Bankern, die in Deutschland mit der ING Diba (und Dirk Nowitzki) der einheimischen Konkurrenz zeigen, wie Online-Banking funktioniert. Auf die Idee gebracht hat uns ein Profi: Thomas Grüner, Vermögensverwalter in Rodenbach, irgendwo in der Pfalz.

          Zu spät dran, um einzusteigen?

          „Grüner Fisher“ heißt seine Investmentfirma, die nach eigenen Angaben 4500 Kunden betreut. Privatleute mit einem Vermögen von 250.000 Euro an aufwärts vertrauen Grüner das Geld an – „im Schnitt 400.000 Euro“, wie er sagt. Der Mann verspricht den Kunden keine Wunderdinge, sondern dass sie langfristig am Wachstum der Weltwirtschaft teilhaben, gemessen am MSCI World Index. Von ihm wollen wir wissen, wie lange die Hochphase an den Börsen noch trägt. Sind wir, mal wieder, zu spät dran, um einzusteigen?

          Der Bullenmarkt habe noch ordentlich Luft nach oben, glaubt Grüner, die Stimmung sei noch weit entfernt von einer Euphorie wie kurz vor dem Platzen der New-Economy-Blase. „In der letzten Phase des Bullenmarkts kaufen die Zittrigen“, erklärt er. Will sagen: Wenn auch die letzten Ängstlichen sich aufs Parkett wagen, ist es Zeit, aufzustehen und zu gehen. Nur erkennt niemand diesen Zeitpunkt im Voraus, man kann sich allerdings ein Gefühl dafür antrainieren, sagt Grüner. „Der beste Kontraindikator sind unsere Kunden selbst, die Leute handeln intuitiv immer falsch.“ Wenn seine Klientel ihn allzu sehr bedrängt, den Aktienanteil im Depot zu erhöhen, ahnt er: Vorsicht, das geht nicht mehr lange gut!

          Zwei Regeln gibt Thomas Grüner uns mit auf den Weg. Immer schön leidenschaftslos bleiben bei der Geldanlage, „keine emotionale Beziehung aufbauen zu einem Wertpapier“. Das hatten wir auch nicht vor, als Spekulant sind wir kühl bis ins Herz. Und zweitens: „Diversifizieren ist das Wichtigste.“ Nie alle Eier in einen Korb, wie der Volksmund sagt. Er selbst habe 100 Titel in seinem privaten Depot, erzählt der Profi. Die Schwergewichte aus aller Herren Ländern, „darunter sogar Banken“, fügt er an und weckt damit unsere Neugier: Sind Banken nicht diejenigen Unternehmen, wo allenfalls die Manager reich werden, in keinem Fall aber die Eigentümer?

          Die ING ist prima

          Nein, entgegnet Grüner. Es gibt mehr als Deutsche Bank und Commerzbank, die ihre Aktionäre arm gemacht haben. „Viele Banken zahlen richtige Dividenden.“ Wells Fargo in Amerika zählt zu seinen Lieblingen, auch die französische BNP Paribas und die ING Groep, die wichtigste Bank der Niederlande. 5,8 Prozent Dividendenrendite sind schließlich das Argument, das uns packt, zumal der Gegencheck bei einem Fondsmanager unseres Vertrauens bestätigt:

          Die ING ist prima. Auch sein „Digital Leaders Fund“, dessen Kurskurve wir gerne beim Steigen zusehen, hat die ING im Depot. Eben weil die Holländer digital so weit vorne liegen. Weil wir aber aufholen müssen gegen die 151 Leser, die im Börsenspiel vor uns stehen, brauchen wir neben den klassischen Werten auch etwas Spekulativeres: Es muss mehr Feuer ins Depot! Der erwähnte Fonds, der nach den digitalen Anführern sucht, hat seine stärkste Position in „The Trade Desk“, einer sagenhaften Firma, die uns, zugegeben, rein gar nichts sagt, aber abgeht wie eine Rakete.

          Gegründet in Kalifornien, notiert sie seit Herbst 2016 an der Börse und ist seither um fast 1000 Prozent gestiegen. Wie das geht? Mit Online-Werbung. „The Trade Desk“ hilft der Industrie, uns im Netz personalisiert, also zielgerecht anzusprechen, und wird von Fans als „Gegenmacht zu Facebook und Google“ gepriesen. Gewiss, für gewöhnlich werden wir bei solchen Tönen misstrauisch, in dem Fall aber lassen wir uns treiben von der Euphorie. 3500 Euro setzen wir auf Mister Green, so heißt der Gründer und CEO von „The Trade Desk“. Also, Jeff, lass uns nicht hängen, wir glauben an dich! Wer ins Börsenspiel einsteigen will, meldet sich unter www.faz.net/sdm an. Bilanz ziehen wir am 30. Juni 2019.

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