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Nervenkitzel statt Vorsorge : Nur Arztbesuche und Putzen sind schlimmer als Finanzfragen

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Gute Zahnpflege ist wichtig – eine durchgeplante Altersvorsorge aber auch. Bild: Hersteller

Die meisten Deutschen hassen es, sich mit ihren Finanzen zu beschäftigen. Mehr als die Hälfte befasst sich nicht einmal eine Stunde im Monat damit – und macht stattdessen lieber viele andere Dinge.

          Finanzthemen sind nur etwas für leicht schräge Leute, die sich gern mit zahlen beschäftigen. Oder für Geldgierige, die den Hals nicht voll kriegen können. Oder für Leute, die in ihrer Jugend immer zu wenig Taschengeld hatten.

          Vorurteile, sicher, aber wie immer ist auch ein bisschen etwas dran. Themen wie Altersvorsorge und Sparen werden von den meisten Menschen als lästig und dröge empfunden und so folgen der allgemeinen Erkenntnis „Ich müsste was tun“ oft wenig Taten. Zumal eine langfristig orientierte Altersvorsorge noch nicht einmal den Nervenkitzel von Kurswetten mit sich bringt.

          Nur eine Stunde im Monat wird über Geld nachgedacht

          Dieses allgemeine Lebenserfahrung stützt jetzt einmal mehr eine repräsentative Umfrage, für die Fondsgesellschaft Fildelity Investments das Online-Marktforschungsunternehmen Yougov Ende September 4.725 Personen befragen ließ.

          50 Prozent der Befragten trieben in ihrer Freizeit eher gerne Sport als sich mit ihren Finanzen zu beschäftigen. Bei der Finanzplanung müssten die Deutschen ihren inneren Schweinehund viel stärker überwinden. Nur 35 Prozent der Bundesbürger ziehen dies als Freizeitgestaltung in Betracht.

          Rund zwei Drittel beschäftigen sich dagegen eher ungern damit. Übertroffen werden Finanzen als ungeliebte Freizeitaufgabe nur noch von Arztbesuchen (87 Prozent) und Hausarbeit (66 Prozent). Mehr als die Hälfte befasst sich auch nur eine Stunde pro Monat oder sogar weniger mit den eigenen Finanzen.

          Aktien, Fonds oder ETFs werden als Thema genauso herausfordernd empfunden wie das Erlernen einer neuen Sprache, was 35 Prozent gerne in ihrer Freizeit tun. Was Wunder also, wenn mehr als jeder Fünfte einräumt, dass er das Thema vor sich herschiebt. Dabei sei Geldanlage heutzutage alles andere als kompliziert. Digitale Angebote erleichterten die Finanzplanung enorm, sagt Andreas Telschow, Anlageexperte bei Fidelity.

          Mit dieser Studie macht Fidelity auch ein wenig Werbung für seine digitale Vermögensverwaltung „Fidelity Wealth Expert“, die seit Mitte Oktober am Start ist. Das Angebot kombiniere digitale Beratung und persönlichen Kontakt. Die Fondsgesellschaft tritt damit in Konkurrenz zu Fintechs wie Ginmon, Scalable, Vaamo oder Easyfolio.

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