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Einlagensicherungsfonds : Privatbanken schützen künftig nur noch private Einlagen voll

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Privatbanken wollen künftig im Pleitefall nur noch die Einlagen privater Kunden voll schützen. Bild: dpa

Deutschland Privatbanken wollen im Falle einer Schieflage nur noch Privatkunden vollen Schutz für ihr Geld gewähren. Das hat Folgen.

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          Die deutschen Privatbanken wollen künftig im Pleitefall nur noch die Einlagen privater Kunden voll schützen. Der Vorstand des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) beschloss eine Reform des Einlagensicherungsfonds der privaten Banken zum 1. Oktober, wie der BdB am Freitag mitteilte. Danach unterliegen Banken und andere Finanzinstitute sowie öffentliche Institutionen wie Bund, Länder und Gemeinden nicht mehr dem Schutz der Einlagensicherung. Diese Investoren könnten ihre Risiken selbst einschätzen, erklärte Verbandspräsident Hans-Walter Peters. "Das führt dazu, dass die Banken ihre Mittel auf den Schutz privater Kunden fokussieren und ihren Schaden begrenzen können."

          Der Einlagensicherungsfonds hatte in den vergangenen Jahren zwei besonders teure Rettungsaktionen für geschädigte Kunden organisiert. Er musste jeweils mit Milliardensummen sowohl für die Pleite der Deutschland-Tochter von Lehman Brothers 2008 einstehen als auch für die kleine Maple Bank, die vor einem Jahr über umstrittene Steuerdeals mit Aktien ("Cum-Ex") gestolpert war.

          Unternehmen und Versicherungen haben das Nachsehen

          Die fast ausschließlich institutionellen Maple-Kunden bekamen bis zu 59,8 Millionen Euro aus dem Sicherungstopf. Das ist den Privatbanken angesichts ihrer angespannten Ertragslage zu viel: "Wir wollen die Kräfte bündeln und die Finanzkraft des Einlagensicherungsfonds für jene Kunden stärken, die tatsächlich Schutz bedürfen", sagte Peters.

          Unternehmen und Versicherungen verlieren nach und nach für bestimmte Kapitalanlagen bei den Privatbanken ebenfalls den vollen Schutz der Einlagensicherung. Bis zu einem Betrag von 100.000 Euro je Kunde gilt für alle weiterhin die gesetzliche Einlagensicherung. Die Privatbanken schützen - abhängig von ihrer Bilanzsumme - darüber hinaus Einlagen von mindestens einer Million Euro. Sparkassen und Genossenschaftsbanken schützen ihre Kunden dagegen über eine Institutssicherung, das heißt, sie fangen strauchelnde Banken innerhalb der Gruppe auf.

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