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Heimische Geldinstitute : Nur wenige Deutsche wechseln die Bank

Eine Filiale der Postbank Bild: Helmut Fricke

Online-Banken erfreuen sich wachsender Kundenzahl. Insgesamt verspüren die Deutschen aber nur selten Lust ihr Geldinstitut zu wechseln. Warum? Und welche Bank profitiert am meisten? Ein Überblick.

          1 Min.

          Der Unmut über die zahlreichen neuen Gebühren der Banken rund ums Girokonto ist bei vielen Bankkunden groß – trotzdem ist die Zahl der Deutschen, die ihr Girokonto zu einer anderen Bank verlegen, bislang weiter überschaubar. Das belegen zwei Umfragen: Die Verbraucherzentralen haben das Meinungsforschungsinstitut Forsa jetzt 1800 Bankkunden befragen lassen, wer im vergangenen Jahr das Konto gewechselt habe – heraus kamen etwa 2 Prozent. Und das Institut Yougov hat im Auftrag der Deutschen Presseagentur 2052 Bankkunden gefragt, wer in den vergangenen zwölf Monaten seine Hauptbankverbindung gewechselt habe – dort sagten 9 Prozent, sie hätten das gemacht.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es geht dabei auch um den Erfolg eines politischen Projekts: Ein Jahr ist sie jetzt alt, die gesetzliche Regelung für einen einfacheren Wechsel des Girokontos in Deutschland – und trotzdem bleiben offenbar viele Menschen ihrer alten Bank treu. Seit September 2016 sieht das sogenannte Zahlungskontengesetz vor: Beim Wechsel eines Girokontos muss der Kunde nur noch ein Formular ausfüllen und unterschreiben, das war’s. Der Rest wird von den Banken automatisch erledigt.

          Eine Liste der Gewinner und Verlierer unter den Banken bei diesen Wechselbewegungen hat die Marktforschungsgesellschaft GfK aufgestellt (siehe Grafik). Sie berichtet, 41 Prozent der gekündigten Girokonten seien ihrer Marktanalyse zufolge im zweiten Halbjahr 2016 auf die Postbank entfallen, die neue Kontogebühren eingeführt hatte. Danach folgten die Sparkassen (18,8 Prozent), Volks- und Raiffeisenbanken (13 Prozent), Hypo-Vereinsbank (5,5 Prozent) und Sparda-Banken (4 Prozent). Bei den neu eröffneten Girokonten lagen die Sparkassen vorn (17,7 Prozent) vor ING Diba (15,5 Prozent) und Commerzbank (14,9 Prozent). Die Postbank kam hier immerhin auf 4,6 Prozent.

          Insgesamt 51 Prozent aller neuen Girokonten seien dabei online abgeschlossen worden, berichtet die GfK. Als häufigste Gründe für einen Wechsel nannten die Bankkunden Forsa zufolge „Preis und Unzufriedenheit mit dem Service“. Von den Verbrauchern, die nicht gewechselt haben, gaben 72 Prozent „Zufriedenheit mit dem aktuellen Kreditinstitut“ als Grund an.

          Die Stiftung Warentest hatte im Frühjahr drei Tester ausgeschickt, die ausprobieren sollten, ob der Wechsel gut klappt. In zwei Fällen war das so, in einem Fall hakte es. Und in allen drei Fällen dauerte der Vorgang länger als geplant. In den Umfragen gaben jetzt nur weniger als die Hälfte der Befragten an, dass sie die neue gesetzliche Regelung überhaupt kennen.

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