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Online-Banking : Smartphone-Banking wird immer beliebter

Bankgeschäfte mit dem Smartphone? Normal. Bild: Picture-Alliance

Laut einer Bitkom-Studie gehen mittlerweile 30 Prozent der Online-Banking-Kunden gar nicht mehr in eine Filiale.

          Immer mehr Deutsche gehen über ihr Handy in ihr Bankkonto. Vor allem für viele junge Leute ist der Weg über das Smartphone zur Bank schon ganz normal. In einer Umfrage des Digitalbranchen-Verbands Bitkom antworteten 42 Prozent der befragten Online-Banking-Kunden im Alter zwischen 14 und 29 Jahren, dass sie Bankgeschäfte über das Smartphone erledigten.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bei den Dreißig- bis Neunundvierzigjährigen waren es 38 Prozent, bei den Befragten zwischen 50 und 64 Jahren immerhin schon 35 Prozent. Auch die Werte für Bankgeschäfte am Laptop und über das Tablet sind gegenüber der Umfrage im Jahr 2015 gestiegen.

          Alles in allem nutzen 70 Prozent der 1000 Befragten Online-Banking. Da es eine repräsentative Befragung der Internetnutzer ab 14 Jahren gewesen sei, entspreche das 38 Millionen Menschen in Deutschland, sagte der Vizepräsident des Bitkom, Ulrich Dietz, am Montag anlässlich der Vorstellung der Studie. Wie die Umfrage ebenfalls ergab, gehen viele Nutzer des Internetbankings, nämlich fast jeder dritte, überhaupt nicht mehr in die Filiale. Bei einem weiteren Viertel dieser Gruppe liegt der letzte Besuch einer Zweigstelle schon mehr als sechs Monate zurück, bei einigen sogar mehr als zwei Jahre.

          Aus Sicht von Dietz sprechen die Umfragewerte dafür, dass sich der teuere Filialbetrieb für die Bank immer weniger lohnt. „Die Filiale war früher das Frontend der Bank, heute ist der Computer oder das Smartphone der wichtigste Zugangsweg zum Kunden“, sagte Dietz. Allerdings sind viele Kunden bei Bankgeschäften im Internet auch noch zurückhaltend, vor allem wenn sie über das Mobiltelefon gemacht werden.

          So machten zum Beispiel nur 13 Prozent der Smartphone-Banking-Nutzer auch Überweisungen vom Telefon aus. Die meisten nutzen diesen Zugang nur, um ihren Kontostand zu überprüfen. Immerhin 30 Prozent von ihnen haben eine eigene Banking-App auf ihrem Telefon installiert. Auch auf den übrigen Geräten sind die Geschäfte, die Bankkunden online erledigen, überschaubar. Zwar gaben alle an, online ihren Kontostand zu checken, und fast alle machen online auch Überweisungen. Aber Themen wie Finanzberatung über die Online-Filiale spielen kaum eine Rolle.

          Beim Blick in die Zukunft gaben sich die Befragten aber recht aufgeschlossen für digitale Neuerungen. Jeweils ein Viertel der Befragten gab an, dass sie sich vorstellen könnten, künftig ein Konto online zu eröffnen, 22 Prozent meinten, sie würden demnächst eine Versicherung im Internet abschließen. Obwohl viel von Kreditplattformen und Crowd-Investing die Rede ist, gaben nur 2 Prozent der Befragten an, solche Angebote des Peer-to-peer-Lendings nutzen zu wollen.

          Der Bitkom-Präsident sieht aber auch gerade in der Vielzahl neuer Angebote ein Hindernis für die Fintechs. Denn viele Kunden verstehen die vielen neuen digitalen Angebote schlicht nicht, was in Finanzfragen besonders heikel ist. Immerhin 66 Prozent der Befragten äußerten solches Unverständnis. 67 Prozent sagten ganz allgemein, sie verstünden die Finanzwelt immer weniger. „Wir sehen eine Tsunami-artige Flutwelle von Fintechs auf die Nutzer zurollen. Das verunsichert natürlich viele“, sagt Dietz. „Für die etablierten Banken, die die Kunden schon kennen, könnte das ein Vorteil sein.“

          Die Etablierten können sich auch bis auf weiteres auf die Treue ihrer Kunden verlassen. Drei Viertel der Befragten gaben an, noch nie ihr Bankkonto gewechselt zu haben. Die meisten allerdings nicht, weil sie mit ihrer bisherigen Bank rundum zufrieden sind - 67 Prozent gaben als Grund für die Trägheit an, dass sie den Aufwand fürchten.

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