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Fragen zum Geld : Aktien sind hochriskant - stimmt das?

Der Kurs geht auf und ab: Sind Aktien riskant? Bild: dpa

Aktien sind bei vielen Sparern unbeliebt. Die Angst vor Verlusten ist mitunter gerechtfertigt - jedoch nur bei kurzfristigen Sparzielen und der Hoffnung auf schnelle Gewinne.

          Aktien sind die attraktivste Anlageform. Im Durchschnitt werfen sie je nach Region sechs bis acht Prozent Gewinn im Jahr ab, das kann keine Anleihe auf Dauer bieten, schon gar nicht in diesen Zeiten von Niedrigzinsen. Aber Aktien erzielen solche Renditen eben nur im Durchschnitt.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Es gibt Jahre, da rauschen die Kurse kräftig in den Keller. 2001 bis 2003 war das der Fall, als die Internetblase platzte. Oder von Herbst 2008 bis Frühjahr 2009 in der Weltfinanzkrise nach der Lehman-Pleite, die zu einer heftigen Rezession der gesamten Wirtschaft führte. Verluste von mehr als 50 Prozent im Dax je nach Kaufzeitpunkt waren in solchen Zeiten zu verkraften.

          Kurzfristig riskant

          Das begründet die Angst vor Aktien. Sie ist gerechtfertigt, wenn man auf den schnellen Gewinn aus ist und die Papiere nur wenige Jahre im Depot hat. Das zeigen Berechnungen des VZ Vermögenszentrums für diese Zeitung. Es hat untersucht, was ein Kauf des gesamten Dax für verschiedene Anlagezeiträume an Gewinn oder Verlust gebracht hat. Sie hat das für alle Kauf- und Verkaufszeiträume in jedem Monat seit 1970 untersucht.

          Das Ergebnis: Wer nur ein Jahr anlegte, musste im schlimmsten Fall 55 Prozent Verlust erleiden und gewann im besten Fall 80 Prozent. Bei fünf Jahren Anlagedauer lag der größte Verlust bei 13 Prozent, im besten Fall waren 32 Prozent Gewinn möglich. Nach 13 Jahren gab es in keinem Zeitraum einen Verlust und maximal 16 Prozent Gewinn - trotz aller Börsencrashs, die dazwischenlagen.

          Das heißt: Kurzfristig sind Aktien riskant, langfristig überhaupt nicht. Das beruhigt, denn Aktien sollte man für die Altersvorsorge und damit für 20 oder 30 Jahre oder noch länger kaufen. Die langfristige Sicherheit gilt freilich nur, wenn man auf Indizes wie den Dax, den Euro Stoxx 50 oder den amerikanischen Standard & Poor's 500 vertraut und nicht auf die Aktien einzelner Unternehmen, die auch einmal pleite gehen können oder sich wie die Deutsche Telekom nicht mehr von Kursverlusten erholen. Und der Erfolg kommt nur, wenn man in Crash-Phasen nicht die Nerven verliert und in Panik verkauft.

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