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Neuer Robo-Advisor : Robin soll es richten

Ein Kunde hebt bei der Deutschen Bank Geld ab. Jetzt kann er auch bei dem Institut per vollautomatischen Anlageberater investierenn. Bild: dpa

Der neue Robo-Berater der Deutschen Bank soll eine Milliarde Euro sammeln und Kunden bei der Anlage helfen. Funktioniert das?

          Kunden der Deutschen Bank können nun über einen vollautomatischen Anlageberater in verschieden Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe investieren. Wer im Online-Banking über den Robo-Advisor namens „Robin“ einige Fragen zu seiner Risikoneigung, seine Erfahrungen an den Kapitalmärkten und seinen Anlagezielen beantwortet, dem stellt das Programm ein passendes Portfolio aus verschiedenen Indexfonds (ETF) zusammen.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Mindestanlage liegt bei 5000 Euro, die Gebühr reicht von 0,8 bis 1 Prozent der Anlagesumme und soll sämtliche Transaktionskosten enthalten (Flat Fee), wie Markus Pertlwieser, der Digitalchef der Bank am Dienstag erläuterte. Damit springt nun auch die größte deutsche Bank auf einen Trend auf, den einige junge Finanz-Start-ups (Fintechs) wie Scalable Capital, Liqid und Vaamo vor wenigen Jahren losgetreten haben.

          Inzwischen haben auch mehrere klassische Kreditinstitute solchen Angebote in ihre Bankberatung integriert. Robin soll sich vor allem dadurch vom Wettbewerb unterscheiden, dass er auf die Kapitalmarktexpertise der Bank zurückgreift, wie Pertlwieser weiter sagte. Das Angebot sei eher eine digitale Vermögensverwaltung als ein Robo-Berater, eine Mischung aus Mensch und Maschine. Die Abfrage und die Bewertung der Risikoneigung des Kunden läuft automatisiert über den Computerbildschirm ab, die eigentliche Allokation der Anlagemittel folgt dann aber der Markteinschätzung von Ulrich Stephan, dem Chefanlagestrategen für Privat- und Firmenkunden.

          Auch wenn sich im Laufe des Anlagezeitraums die Märkte verändern, soll das in die Verteilung der Anlagegelder auf verschiedene Risikoklassen einfließen (Value-at-risk-Ansatz). Laut Stephan teilt der Roboter die Anleger in 16 verschiedene Risikoklassen ein; das Portfolio falle dann aber bei jedem Kunden individuell aus, je nachdem wie die Marktlage gerade ist und wie viel Geld er anlegen möchte.

          Ziele der Bank sind ambitioniert

           Pertlwieser verwies auf eine Schätzung, wonach der Markt für Robo-Beratung in Deutschland im nächsten Jahr auf 5 Milliarden Euro anwachsen könnte. Davon wolle die Deutsche Bank 1 Milliarde Euro für sich gewinnen – wobei er offen ließ, wie viel neues Geld von neuen Kunden kommen solle, und wie viel von bestehenden. Aktuell schätzt die Beratungsgesellschaft Oliver Wyman, dass in Deutschland knapp 1 Milliarde Euro über Robo-Berater angelegt sind.

          Mit ihrer Einstiegsschwelle und ihren Gebühren liegt die Deutsche Bank im Mittelfeld des Marktes. Für die Volks- und Raiffeisenbanken hat die Fondsgesellschaft Union Investment den Robo-Advisor Visualvest entwickelt, den die Kunden schon von 500 Euro an nutzen können. Beim Angebot der Comdirect, Cominvest, geht es von 3000 Euro an los. Der als Marktführer geltende Anbieter Scalable Capital, der mit der Direktbank ING Diba und der Vermögensverwaltung Blackrock kooperiert, fängt ab 10,000 Euro an.

          Robin wird nicht nur die hauseigenen ETFs der Marke xTrackers anbieten, sondern auch Indexfonds von der Konkurrenz wie iShares, der UBS und der Commerzbank-Marke Comstage. Im nächsten Jahr soll Robin dann auch in der Filiale eingesetzt werden; dabei führt der echte Berater den Kunden dann durch die Menüs des Robo-Beraters. Die Bank hatte Anfang 2016 schon einmal die automatisierte Anlageberatung „Anlagefinder“ angeboten. Das Modell war allerdings sehr nah an der herkömmlichen Bankberatung mit entsprechenden Dokumentationspflichten und wurde inzwischen wieder eingestellt.

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