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Neuer 50-Euro-Schein : Die Bundesbank baut auf die Smaragd-Zahl

Unter UV-Licht werden die zusätzlichen Sicherheitsmerkmale sichtbar. Bild: dpa

Die meistgefälschte Banknote bekommt neue Sicherheitsmerkmale. Die Polizeigewerkschaft bleibt trotzdem kritisch.

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          Die Zahl der gefälschten Geldscheine ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen – um mehr als 50 Prozent zum Vorjahr auf fast 100.000 Stück in Deutschland. Im gesamten Euroraum wurden fast 900.000 Blüten sichergestellt. Mit einem Anteil von 49 Prozent ist der Fünfziger die bei Fälschern beliebteste Banknote. Das soll ein neuer Schein mit neuen Sicherheitsmerkmalen ändern.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          „Der neue Schein aus der Europaserie hat so viele Sicherheitsmerkmale, dass Fälschungen gut zu erkennen sind“, sagte Stefan Hardt, Leiter des Zentralbereichs Bargeld in der Bundesbank bei der Präsentation der Banknoten am Mittwoch. Der neue Fünfziger wird Anfang April 2017 in Umlauf gebracht.

          Die wichtigste Innovation ist – wie bei den schon eingeführten kleineren Banknoten – die sogenannte Smaragd-Zahl, eine grünlich-blau schimmernde Zahl auf der Vorderseite, deren Farbe sich je nach Blickwinkel verändert. In den Streifen mit silbrigen Hologramm-Bildern ist zudem ein Fenster eingefügt, das im Gegenlicht transparent erscheint. Dort ist der Kopf der mythologischen Figur Europa zu sehen.

          Derzeit läuft die Produktion der neuen Scheine auf Hochtouren. 5,4 Milliarden Stück in einem Gewicht von 5400 Tonnen werden die Notenbanken als Erstausstattung im April bereitstellen, davon gut 2 Milliarden die Bundesbank. „Das ist eine logistische Herausforderung“, betonte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Die Druckkosten liegen bei etwa 10 Cent je Schein.

          1,2 falsche Noten je 1000 Einwohner

          Derzeit bekommen die Hersteller von Geld- und Kassenautomaten die neuen Scheine zur Ansicht, um ihre Maschinen und die Software anzupassen. Den Vorwurf der Polizeigewerkschaft, auch der neue 50-Euro-Schein sei nicht völlig fälschungssicher, wies die Bundesbank zurück.

          Zwar könne „jedes Kind“ eine Banknote auf einen Farbkopierer oder Scanner legen. „Das sind aber simple Fälschungen. Sie erkennen es schnell, denn das Papier fühlt sich glatt an, und die Merkmale sind schlampig imitiert“, sagte Rainer Elm vom Analysezentrum der Bundesbank. Die Geldscheine der neuen Europaserie würden nur selten gefälscht. Der größte Teil der 2015 entdeckten Blüten stammte nach Polizeiangaben wohl von einer Fälscherbande aus Bologna.

          Auch wenn die Zahl der Blüten zugenommen hat, seien es insgesamt verschwindend wenige. „Die Gefahr, mit Fälschungen in Berührung zu kommen, ist sehr gering für die Bevölkerung“, betonte Hardt. Rechnerisch gab es nur 1,2 falsche Banknoten je 1000 Einwohner. Der Nennwert aller 2015 in Deutschland entdeckten Blüten betrug bloß 4,4 Millionen Euro.

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