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Online-Banking : Mit dem Herzschlag ins Bankkonto

Daumen drauf: Viele Bankkunden loggen sich schon per Fingerabdruck in ihr Konto ein. Bild: dpa

Sicher ist Sicher: Ob Fingerabdruck, Iris-Scan oder Pulsmessung – der Erfindergeist bei neuen Login-Methoden ins Online-Banking scheint unbegrenzt. Will der Kunde das?

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          Man kennt das aus Agentenfilmen. Um in den Hochsicherheitstrakt zu kommen, muss der Mitarbeiter in eine Art Kamera schauen, die seine Iris scannt. Die Tür öffnet sich erst, wenn der Mitarbeiter einwandfrei identifiziert ist – oder wenn ein Bösewicht ihm das Auge herausgeschnitten hat. Da das im echten Leben selten vorkommt, gehört für manche Angestellte in amerikanischen Unternehmen ein solcher Iris-Scan inzwischen schon zum Alltag. Erst wenn das Muster im Auge überprüft ist, können sie einen größeren Geldbetrag an einen Geschäftspartner überweisen.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Nutzung biometrischer Daten im Bankgeschäft greift immer mehr um sich. Auch für Privatkunden, die ihre Geschäfte online erledigen, könnte das bald schon üblich werden. Die Zeit der Passwörter und Pincodes wäre dann vorbei. Statt sich immer neue und kompliziertere Kombinationen aus Zahlen, Buchstaben und Satzzeichen auszudenken, kann der Kunde dann einfach mit seinem Auge, seinem Fingerabdruck oder sogar der Art seiner Bewegungen und dem Rhythmus seines Herzens bezahlen. Dem Forschergeist der Finanztechnologen scheinen keine Grenzen gesetzt.

          Denn eines ist klar: Ganz sicher ist Online-Banking nicht. Zwar registriert das Bundeskriminalamt im Schnitt nur 5000 Fälle im Jahr, bei denen Bankräuber durch das Abfischen von Zugangsdaten Konten leerräumen. Angesichts von zig Millionen Bankkonten in Deutschland ist das Risiko für den Einzelnen also gering. Doch die Daten zeigen auch, dass jede neue Sicherheitsmaßnahme der Banken die Kriminellen nur für kurze Zeit zurückdrängt und die Fallzahlen schon kurz darauf wieder in die Höhe schnellen. Hinzu kommen regelmäßige Warnmeldungen, wie jene von IBM vor wenigen Tagen, wonach sich Hacker Zugang zu den Daten von 13 deutschen Banken verschafft hätten (24. August). Beruhigend ist das nicht.

          Leergeräumte Online-Konten

          Der Kölner Internet-Rechtsanwalt Jakob Wahlers vertritt im Jahr gut 20 Mandanten, deren Online-Konten leergeräumt wurden, oft geht es um mehrere zehntausend Euro. In der Regel zeigen sich die Banken zwar kulant, weil sie nicht wollen, dass mögliche Sicherheitslücken an die große Glocke gehängt werden. Doch den Ärger hat der Kunde trotzdem. Und: Wenn die Bank ihm einen Tan-Generator zur Verfügung gestellt hat und trotzdem etwas passiert, zieht der Kunde vor Gericht inzwischen öfter den Kürzeren, wie Wahlers erzählt. Denn diese Methode hätten viele Gutachter bereits als unknackbar für Hacker beurteilt.

          Doch komfortabel ist anders: Erst muss der Kunde seine EC-Karte in das Gerät stecken, sie dann vor den flackernden Bildschirm halten, überprüfen, ob alle Daten mit der gewünschten Überweisung übereinstimmen und dann die generierte Tan-Nummer eingeben. „Er muss inzwischen so viele Sachen überprüfen, dass die Überweisung auf Papier fast schon wieder einfacher ist, findet Wahlers. Doch gerade das wollen die Banken auch wieder nicht. Schließlich ist es für sie wesentlich günstiger, wenn die Kunden ihre Geschäfte online erledigen statt in der Filiale. Deswegen soll die Autorisierung über biometrische Daten die Identifizierung nicht nur sicherer, sondern auch bequemer machen.

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