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Neue EU-Verordnung : Crowdfunding könnte Durchbruch schaffen

Jamal El Mallouki und Johannes Laub (links) erhoffen sich von der neuen Verordnung viel. Bild: Frank Röth

Eine neue Verordnung öffnet Crowdinvestment-Anbietern europaweit die Türen. In Deutschland könnte besonders das Crowdlending durchstarten.

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          Seit fünf Jahren verfolgt die Europäische Kommission dezidiert das Ziel einer europäischen Kapitalmarktunion, Viel tut sich dabei auf neuen Gebieten wie dem Crowdfunding. Mit der neuen Verordnung zum European Crowdfunding Service Provider (ECSP) könnte dieses neuen Schub erhalten. Gelten wird diese ab dem 10. November 2021 und bringt einige Neuerungen. So können Crowdfunding-Plattformen Privatanlegern künftig europaweit Wertpapiere und Kredite anbieten. Kredite von Privatleuten an Privatleute, das sogenannte Peer-to-Peer-Lending, oder das eher spendenorientierte Crowdfunding fallen nicht unter die Verordnung.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Ganzen regelt diese also vor allem das Crowdinvesting neu. Eine wichtige Neuerung dabei ist auch, dass künftig Emittenten in einem Zeitraum von zwölf Monaten bis zu fünf Millionen Euro prospektfrei einwerben dürfen. Zwar war es auch bisher schon in einigen Ländern, auch in Deutschland möglich, bis zu acht Millionen Euro ohne Prospekt einzusammeln. Doch weil dies nur eine europäischen Empfehlung war, führte das innerhalb der EU zu einem Flickenteppich, der nun ersetzt wurde. Statt eines Prospekts gibt es dann künftig ein sechsseitiges Informationsblatt.

          Crowdlending auch ohne Bank

          Der Wert der neuen Verordnung sei nicht hoch genug einzuschätzen, meint Jamal El Mallouki, Gründer des Softwareanbieters Crowddesk und Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes für Crowdfunding. „Gerade das Crowdlending verändert sich dadurch maßgeblich“, sagt er. Denn bisher habe man dieses in Deutschland nur über eine Bank anbieten können. „Das war der Grund, dass es in Deutschland bisher kaum eine Rolle spielte. Die Kosten für die komplexen Vertragswerke lagen im sechsstelligen Bereich. Ich rechne mit möglichen Einsparungen von bis zu 90 Prozent.“

          Wesentlichste Änderung sei aber die Möglichkeit, Kapitalanlagen künftig europaweit anbieten zu können. Damit eröffneten sich kleinen und mittleren Unternehmen weitere Möglichkeiten, an Kapital zu gelangen. „Crowdfunding ist auch eine Digitalisierung etablierter Finanzierungswege. Business Angels, Beteiligungskapitalgeber, aber auch immer mehr Emissionshäuser haben den digitalen Vertrieb für sich entdeckt – nicht zuletzt in der Corona-Krise. Crowdfunding ist aus der Start-up-Ecke herausgewachsen und diverser geworden“, sagt El Mallouki. Und das Potential sei groß. Die Verordnung schaffe die Basis für Emissionen mit größeren Volumina, als das bisher der Fall gewesen sei.

          All das habe auch Vorteile für Anleger, für die sich die Anlagemöglichkeiten vergrößerten. Schon jetzt könnten diese nicht nur gezielt in greifbare, sinnstiftende Projekte wie etwa Kochherde für Sambia investieren. Vielmehr wüchsen auch die Möglichkeiten, auch bei geringem Vermögen Anlagen breit zu streuen. „Das war bei der Verabschiedung der Verordnung ein gewichtiges Argument“, sagt El Mallouki. Crowddesk hat jedenfalls große Hoffnungen. Nichts weniger als deutscher Marktchampion will man werden und hat für die nötigen Investitionen auch eine neue Finanzierungsrunde gestartet.

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