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Neue Gebühren-Idee : Was darf die Bank mit meinem Geld machen?

Wer hohe Beträge bei der Bank „verwahrt“, muss mancherorts mit Extragebühren rechnen. Ist das „Verwahrentgelt“ ein verkappter Negativzins? Bild: dpa

Immer mehr Banken nehmen ein Verwahrentgelt für große Einlagen. Dürfen sie dann überhaupt noch mit dem Geld ihrer Kunden arbeiten?

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          In der Bankenbranche macht seit einiger Zeit ein seltsames Wort die Runde. Es heißt „Verwahrentgelt“. Man muss es zahlen, wenn man der Bank sein Erspartes in größerem Umfang überlassen will. Nach Institutionen und Unternehmen müssen es inzwischen auch Privatanleger mit großen Konten bei immer mehr Banken berappen. Seit dem Herbst verlangt beispielsweise die Sparda-Bank Berlin, immerhin die mitgliederstärkste Genossenschaftsbank in Deutschland, von 100.000 Euro an ein solches Entgelt von 0,4 Prozent im Jahr.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Begriff „Verwahrentgelt“ ist eigentlich ein Trick der Banken – aber er zieht auch interessante Fragen nach sich. Wenn die Banken jetzt ausdrücklich ein Entgelt für das Verwahren von Geld nehmen – müssen sie dann auch mit dem Geld anders umgehen als mit den klassischen verzinsten Spareinlagen der Vergangenheit? Vor allem: Dürfen sie mit dem Geld noch arbeiten, wenn es doch nur verwahrt werden soll? Dürfen sie es also weiterhin für die Refinanzierung ihres Kreditgeschäfts einsetzen, ist es „liquiditätswirksam“, wie es in der Bankensprache heißt?

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