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Sicherheitsrisiko : Zu alte Software in vielen Geldautomaten

  • -Aktualisiert am

Weltweit sollen 95 Prozent der Automaten mit Windows XP noch laufen Bild: dpa

Nur noch bis zum 8. April garantiert Microsoft Sicherheits-Updates für Windows XP. Die Bundesregierung befürchtet, dass Angreifer verfügbare Schadprogramme bewusst bis zu diesem Stichtag zurückhalten.

          Die Uhr tickt bis zum 8. April: Dann läuft die Garantie des amerikanischen Softwarekonzerns Microsoft ab, das Betriebssystem Windows XP zu aktualisieren. Dies betrifft neben den Besitzern älterer Computer auch die meisten Geldautomaten. Denn weltweit sollen 95 Prozent der rund drei Millionen Automaten mit dieser Software noch laufen. Ohne Aktualisierungen droht ein Sicherheitsrisiko.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das befürchtet auch die Bundesregierung. Es sei davon auszugehen, dass Angreifer verfügbare Schadprogramme bewusst bis zu diesem Stichtag zurückhielten, schreibt das Bundesinnenministerium auf eine Anfrage der Linksfraktion. Anschließend wollten Kriminelle die Automaten und Kassensysteme „erfolgreich und dauerhaft“ angreifen, ohne ein Schließen der Sicherheitslücken befürchten zu müssen. Mit Mechanismen des Betriebssystems seien die Angriffe dann nicht mehr abzuwehren. Auch warnen die Beamten davor, nur „sekundäre Sicherungsmaßnahmen“ zu ergreifen, weil „verwundbare Systeme“ dadurch nicht zu schützen seien. Dann blieben hohe Risiken bestehen. Allerdings gilt dies nach ihrer Einschätzung nur für eine von zwei verbreiteten Versionen der Software. Die andere werde noch bis zum Jahr 2019 vom Anbieter mit Sicherheits-Updates unterstützt.

          Umstellung auf Windows 7 bei zu alten Geräten nicht möglich

          Der Dachverband der deutschen Banken und Sparkassen, die Deutsche Kreditwirtschaft (DK), sieht keinen Anlass zur Sorge. Er räumte in einer Stellungnahme zwar ein, dass Windows XP in unterschiedlichen Varianten in Geldautomaten noch verwendet wird. Diese industriellen Varianten würden von Microsoft noch über das Jahr 2014 unterstützt. Zudem könne die Unterstützung vom Hersteller durch kostenpflichtige Verträge gesichert werden. Wie viele Geldautomaten in Deutschland noch auf Windows XP basieren, dazu machte der Verband keine Angaben.

          Die Branche will ihre Geldautomaten auf das neue Betriebssystem Windows 7 umstellen, was aber bei älteren Geräten nicht funktionieren dürfte. Nur 15 Prozent der amerikanischen Geldautomaten werde bis zum 8. April auf Windows 7 umgestellt haben, schätzt Aravinda Korala, Vorstandsvorsitzender von KAL, einem Softwareentwickler für Geldautomaten. Im Ausland sind die Geräte oftmals mit dem Internet verbunden, was sie für Hackerangriffe verwundbar macht. Einen Internetzugang besäßen deutsche Geldautomaten nicht, betonte die DK.

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