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Neues Zahlungsverfahren : Die meisten überweisen schon mit Sepa

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Die Umstellung ist fast geschafft, sagt die deutsche Bundesbank. Bild: dpa

Vom 1. August 2014 an dürfen Unternehmen und Vereine Überweisungen in Euro nur noch mit dem europäischen Zahlungsverfahren Sepa tätigen. Zuletzt wurde für fast 90 Prozent der Überweisungen das neue Verfahren genutzt.

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          Das neue europäische Zahlungsverfahren Sepa setzt sich nach Einschätzung der Bundesbank in Deutschland allmählich durch. „Für die meisten Unternehmen, öffentlichen Kassen und Vereine sind Sepa-Zahlungen inzwischen der Normalfall“, sagte Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele am Mittwoch in Frankfurt. Nachzügler mahnte Thiele, die verbleibenden Wochen bis zum 1. August zur Umstellung auf das einheitliche Zahlungsverfahren zu nutzen: „Eine weitere Fristverlängerung wird es nicht geben.“

          Vom 1. August 2014 an dürfen Unternehmen und Vereine Lastschriften und Überweisungen in Euro nur noch im Sepa-Format mit der internationalen Kontonummer IBAN tätigen. Ursprünglich war der 1. Februar 2014 der Stichtag. Doch weil die Umstellung noch nicht weit genug fortgeschritten war, verlängerte die EU-Kommission die Frist Anfang Januar um sechs Monate, um ein Zahlungschaos zu vermeiden. Für Verbraucher gilt ohnehin eine längere Frist: Sie dürfen noch bis zum 1. Februar 2016 ihre bisherige Kontonummer und Bankleitzahl nutzen. „Verbraucher müssen noch nicht aktiv werden“, bekräftigte Thiele.

          Im Mai wurde nach Angaben der Bundesbank bei fast 90 Prozent der Überweisungen in Deutschland das neue Verfahren genutzt. Bei den Lastschriften lag der Sepa-Anteil bei gut 82 Prozent. Damit habe Deutschland nach anfänglichen Schwierigkeiten zu den europäischen Partnern aufgeschlossen, bilanzierte Thiele. Der Euro-Zahlungsverkehrsraum Sepa (“Single Euro Payments Area“) umfasst inzwischen 34 Länder, darunter die 28 EU-Staaten. Ziel ist, Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen grenzüberschreitend zu standardisieren und so zu beschleunigen. „Nachzügler, die sich noch gar nicht mit Sepa beschäftigt haben, haben ein Problem“, betonte Thiele. Firmen müssten dann gegebenenfalls kostenpflichtige Konvertierungsangebote von Banken in Anspruch nehmen.

          Thiele mahnte betroffene Unternehmen und Vereine, die verbleibende Zeit zur Umstellung des Zahlungsverkehrs zu nutzen, „um Liquiditätsengpässen und Zahlungsverzug vorzubeugen“. Thiele sagte: „Ab dem 1. August dürfen Kreditinstitute Aufträge von Firmen anders als in Sepa nicht mehr annehmen.“ Die Bundesbank gehe aber davon aus, dass es sich um Einzelfälle handele. „Gallische Dörfer sind mir in diesem Zusammenhang nicht bekannt“. Europaweit laufe bei Sepa noch nicht alles rund, stellte Thiele fest.

          So akzeptierten in einzelnen Fällen Unternehmen manche IBAN aus anderen europäischen Staaten nicht. Das widerspreche dem Gedanken des einheitlichen Zahlungsverkehrsraums. „Manche Anfangsschwierigkeiten bei Sepa müssen noch ausgeräumt werden, aber das ist bei einem technischen Großprojekt eher die Regel“.

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