https://www.faz.net/-hs7-9d39r

Trotz moderner Abwehrtechnik : Warum so viele Geldautomaten in die Luft gesprengt werden

Ruine eines Geldautomaten: Im Automatenraum der Berliner Sparkasse in Kreuzberg blieben nach einer Sprengung nur diese Trümmer zurück. Bild: Matthias Lüdecke

187 Mal schlagen Täter im ersten Halbjahr 2018 zu – ein Anstieg der Fälle um 30 Prozent. Dabei hatte es nach Verhaftungen schon fast ausgesehen, als hätten Polizei und Banken die Sache im Griff.

          3 Min.

          Es knallt wieder häufiger. Gerade hatte es so ausgesehen, als ob die Polizei mit Sonderermittlungsgruppen und spektakulären Verhaftungen die Banden, die in Deutschland Geldautomaten sprengen, mit Erfolg bekämpft und diese Form von Kriminalität damit zurückdrängt. Im Jahr 2017 jedenfalls war die Zahl der Vorfälle deutlich zurückgegangen. Auch die Banken hatten sich einen Teil des Erfolgs zurechnen lassen, weil sie mehr Geldautomaten mit moderner Abwehrtechnik etwa zur Gas-Neutralisierung ausgestattet hatten.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch in diesem Jahr ist die Zahl der Delikte nach F.A.Z.-Informationen wieder deutlich gestiegen. Allein im ersten Halbjahr 2018 wurden dem Bundeskriminalamt 187 Fälle von Sprengungen gemeldet, davon 107 Versuche und 80 Fälle, in denen die Täter erfolgreich an das Geld kamen. Die Zahl kann sogar noch höher ausfallen, weil manche Landeskriminalämter ihre Fallzahlen erst mit Verspätung nachmelden. Schon so aber handelt es sich um einen Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 30 Prozent. Im ersten Halbjahr 2017 waren 140 Sprengungen gemeldet worden.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Polizisten in Essen kontrollieren den Mercedes zweier junger Männer.

          Forscher im Interview : „Mit Demokratie kommen Clans nicht gut zurecht“

          Früher dachte man bei Clans an schottische Hochlandbewohner, die einander die Köpfe einschlagen. Heute denkt man an Drogenhandel und Schweigegelübde. Ein Interview mit Clan-Forscher Ralph Ghadban, der sagt: „Junge Frauen spielen eine entscheidende Rolle“.
          Heinrich Himmler mit August Rosterg im KZ Dachau

          Ölförderer Wintershall : Strippenzieher in der Diktatur

          Der größte deutsche Ölförderer Wintershall war tief in die Machenschaften der Nationalsozialisten verstrickt. Die Gründer beförderten den Aufstieg der NSDAP.
          Mit Entlastungstarifen können hohe Beiträge im Alter vermieden werden.

          Private Krankenversicherungen : Gegen die Preisspirale

          Private Krankenversicherer bieten ihren Kunden Tarifkomponenten an, um höhere Beiträge im Alter zu vermeiden. Doch Verbraucherschützer raten, selbst zu sparen.