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Ein Lehrgang : Aktien für Einsteiger

Bild: Getty

Die Zinsen auf dem Sparkonto sind niedrig wie nie. Da interessieren sich auch Leute für Aktien, die sonst nie daran gedacht hätten. Was muss der Neueinsteiger dabei beachten?

          Mickrige 0,74 Prozent Zinsen gibt es im Augenblick im Durchschnitt auf Tagesgeldkonten - 0,71 Prozent für Festgeld auf zwölf Monate: Ein Drama, das sogar eher risikoscheue Naturen schon mal über Aktien nachdenken lässt. Sein ganzes Geld unverzinst auf dem Girokonto liegen zu lassen, ist schließlich auf Dauer auch keine Lösung. Wenn man’s nicht übertreibt, für ausreichend Streuung sorgt und einige Monatsgehälter in jederzeit zugänglichen Sparformen als Reserve für unerwartete Ausgaben behält, ist das auch unproblematisch, sagen selbst sehr vorsichtige Berater. Um kurzfristig Geld anzusparen, etwa für den Kauf eines Autos, sind Aktien dagegen eher ungeeignet.

          Schritt 1: Die richtige Depotbank finden

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ein Depot braucht man, daran führt kein Weg vorbei. Die Zeiten, in denen Aktien als sogenannte „effektive Stücke“ ausgegeben wurden, also als Papierurkunden, die man mit nach Hause nehmen kann, sind vorbei. Heute braucht man ein Wertpapierdepot, wenn man Aktien zu anderen als dekorativen oder Sammlerzwecken erwerben will. Das kann man entweder bei einer Filialbank oder im Internet bei einer Onlinebank oder einem Online-Broker eröffnen.

          Die Faustregel: Im Internet ist es billiger, dafür bekommt man in der Filiale etwas Hilfe und - wenn man will - Beratung (siehe Tabelle). Max Herbst von der FMH-Finanzberatung meint, die Entscheidung sei nicht nur eine Kostenfrage, sondern auch eine Abwägung, was der Anleger wolle: „Sicherlich sind die Entgelte wichtig. Aber genauso wichtig ist die persönliche Einschätzung, ob man eine persönliche Beratung benötigt oder lieber auf die häufig produktbezogenen und verkaufsfördernden Beratungen verzichtet.“

          Betrachten muss man bei einem Kostenvergleich die Grundgebühr, das sogenannte Depotentgelt, vor allem aber die Ordergebühr, die für jeden einzelnen Kauf oder Verkauf fällig wird. Besonders günstig ist im Augenblick der Online-Broker Flatex mit 5,90 Euro für jede Transaktion - unabhängig vom Volumen. Allerdings kommen auf diesen Preis Börsengebühren hinzu, das verteuert die Order auf sieben bis zehn Euro. Außerdem ist die Zahl der verfügbaren Fonds kleiner als bei vielen Konkurrenten.

          Wer ein umfangreiches Angebot an Fonds, Anleihen, kleinen und ausländischen Aktien, Optionsscheinen und Zertifikaten haben will, findet das bei den etablierten Online-Brokern wie Comdirect, DAB Bank und Cortal Consors.

          Schritt 2: Das Wertpapierdepot eröffnen

          Wer sein Wertpapierdepot bei einer Filialbank eröffnen will, kann das bei seinem Kundenberater tun. Dafür ist ein ausführliches Gespräch erforderlich, das vom Berater auch entsprechend protokolliert werden muss. Damit die Bank die Identität des Anlegers überprüfen kann, muss der Anleger sich mit einem Personalausweis oder Reisepass ausweisen.

          Wer sein Depot bei einem Online-Broker eröffnet, kann sich die Unterlagen entweder direkt von der Homepage des jeweiligen Anbieters herunterladen oder per Post zuschicken lassen.

          Auch gegenüber dem Online-Broker muss man sich bei der Depoteröffnung ausweisen. Ein Verfahren, das dabei häufig eingesetzt wird, ist das sogenannte „Post-Ident“-Verfahren. Es funktioniert so: Ein Mitarbeiter einer Postfiliale stellt stellvertretend für den Online-Broker die Identität des Anlegers anhand von Ausweis oder Reisepass fest - und vermerkt das auf den bereits ausgefüllten Unterlagen für die Depot-Eröffnung. Anschließend werden diese dann mit der Post abgeschickt.

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