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Ein Lehrgang : Aktien für Einsteiger

Bald darauf eröffnet die Bank oder der Broker das Depot. Anschließend bekommt man alle benötigten Unterlagen zugeschickt. Dazu gehören etwa die von vielen Online-Brokern verwendeten Nummern Pin und Tan, die man vom Online-Banking kennt. Hat man alles bekommen, kann man loslegen mit dem Aktienkaufen.

Gehört der Online-Broker zu einer Bank, die auch Filialen betreibt, kann man sich alternativ zum Post-Ident-Verfahren in der Regel auch in einer der Bankfilialen ausweisen.

Schritt 3: Die richtigen Aktien auswählen und kaufen

Neben allen technischen Dingen zur Eröffnung eines Wertpapierdepots ist die entscheidende Frage natürlich, welche Aktien man kaufen soll. Sie ist nicht trivial: Finanzwissenschaftler wie Martin Weber von der Universität Mannheim weisen darauf hin, dass man empirisch eigentlich am besten fährt, wenn man seine Geldanlage einfach breit streut, ohne sich auf die Suche nach Schnäppchen zu machen: Weil es für den Laien praktisch unmöglich ist, besser über einzelne Aktien informiert zu sein als der Markt und daraus systematisch Gewinne zu erzielen.

Diesen Pessimismus muss man nicht teilen - trotzdem ist Streuen das A und O. Eine große Streuung erreicht man zum Beispiel mit Aktienfonds, bei denen man allerdings den jeweiligen Fondsmanager über zum Teil hohe Gebühren bezahlen muss. Billiger sind sogenannte börsennotierte Indexfonds, kurz ETF, mit denen man in einen kompletten Aktienindex wie den Dax investieren kann, ohne alle 30 Dax-Titel kaufen zu müssen.

Es kann allerdings natürlich auch Spaß machen, sich mit Einzelaktien zu beschäftigen und selbst eine Auswahl zu treffen - sogar wenn man weiß, dass man statistisch gesehen keine Chance hat, den Markt zu schlagen. Auch der Wunsch, „ein Stück Daimler“ oder „einen Teil der Deutschen Bank“ zu besitzen, kann eine Motivation zum Kauf von Einzelaktien sein. Und nicht zuletzt die Möglichkeit, eine Hauptversammlung zu besuchen und dort mitzuentscheiden.

„Anleger sollten ihr Geld streuen, das spricht aber nicht gegen Einzelaktien“, meint Christine Bortenlänger, die Chefin des Deutschen Aktieninstituts. Anleger sollten dabei die zahlreichen Möglichkeiten nutzen, die sich heute bieten, um sich über das jeweilige Unternehmen und sein Geschäftsmodell zu informieren - von der Homepage über den Geschäftsbericht und die Zeitung bis hin zu Gesprächen mit Bankberatern oder Bekannten, die Erfahrung mit Aktien haben. Marktdaten zu Aktien findet man außerdem im Internet etwa unter www.bloomberg.de oder finance.yahoo.com. Unter www.comdirect.de kann man nicht nur die Kursverläufe einsehen, sondern sieht auch das jeweilige Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV. Es sagt etwas darüber aus, ob eine Aktie teuer oder billig ist: Im Dax etwa gilt ein Wert von mehr als 15 im langjährigen Vergleich als teuer.

Schritt 4: Das Depot pflegen

Wie oft man in sein Wertpapierdepot guckt, wie oft man umschichtet, und vor allem wann man die Reißleine zieht und sich von Aktien trennt, hängt vom individuellen Zeitbudget und Interesse am Aktienmarkt ab. Wer Lust am Spiel hat, kann ständig kaufen und verkaufen, auch wenn dies teuer ist. Es ist aber auch alles andere als verwerflich, Aktien zu kaufen, lange Zeit liegen zu lassen und sich mit anderem zu beschäftigen, bevor man wieder aufs Depot blickt.

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