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Western Union : Die Migranten-Bank will moderner werden

In Zeiten der Digitalisierung wirkten die Verfahren von Western Union ziemlich archaisch - doch nun will sich die Transferbank neu aufstellen. Bild: Anna Jockisch

Mit einer neuen App will Western Union nun das Verschicken von Geld in ferne Länder auch digital vereinfachen - und so der zunehmenden Konkurrenz trotzen.

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          Es gibt nicht mehr viele Banken, die im vom Krieg zerrütteten Syrien noch ihre Dienste anbieten. Doch wer in das Land Geld schicken möchte, der findet dort von Western Union immerhin noch 43 Standorte, die auch heute noch operieren. Viele Flüchtlinge, die aus der Region nach Europa geflohen sind, nutzen den Dienst, um Verwandte in der Heimat zu unterstützen. Beträge bis 300 Euro lässt sie die Bank, die von ihren markanten schwarz-gelben Geschäftsstellen in Bahnhöfen und Postbankfilialen Geldtransfers in die entlegensten Ecken der Welt ermöglicht, sogar gratis senden. Vor allem während der Flucht geht es eher andersherum, und die Familie daheim unterstützt den Flüchtling entlang seiner Route mit Geld.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Traditionell geht das so: ein Kunde kommt zum Schalter, legt Bargeld auf den Tisch und sagt, an wen und in welche Geschäftsstelle es geschickt werden soll. Western Union überprüft Versender und Adressaten, lässt die Namen durch verschiedene Terrordateien und Sanktionslisten laufen, und wenn alles okay ist, kann der Empfänger das Geld schon zwei Minuten später am anderen Ende der Welt in die Tasche stecken. So verspricht es zumindest das Unternehmen. 82 Milliarden Dollar (72 Milliarden Euro) verschickten die Kunden 2015 um die Welt.

          Doch in Zeiten der Digitalisierung wirkt das Verfahren ziemlich archaisch. Junge Anbieter wie Transferwise bieten die Geldüberweisung von Handy zu Handy, modern, in vielen Fällen umsonst und auch über Grenzen und Währungen hinweg. Auf diese Entwicklungen reagiert nun auch Western Union, der mit 5,5 Milliarden Dollar Umsatz und rund 17 Prozent Marktanteil als Nummer l unter den grenzüberschreitenden Geldverschickern gilt.

          Mehr Angebote

          Mit einer neuen App, die seit dem Frühjahr in Deutschland verfügbar ist, können auch die Western-Union-Kunden Geld direkt vom Smartphone in die Welt verschicken. Dafür müssen sie entweder ihr Online-Bankkonto oder eine Kreditkarte mit dem Programm verknüpfen, die Empfängerdaten können sie direkt aus ihrem Handy-Adressbuch auswählen. Mehr als eine Milliarde Bankkonten in der ganzen Welt könnten die Nutzer auf diesem Weg erreichen, sagt Herbert Seitner, Vizepräsident für Zentraleuropa bei Western Union, im Gespräch mit dieser Zeitung. Allerdings ist die Technik noch nicht in allen Ländern der Welt so weit. So setzt das Unternehmen im Wettbewerb mit den neuen Spielern weiterhin auf die 500.000 Geschäftsstellen, die Western Union nach eigenen Angaben in mehr als 200 Ländern hat. An sie alle kann auch der Handynutzer Beträge schicken.

          Neben dem Einzahlen von Bargeld auf der einen Seite und dem Empfangen von Bargeld auf der anderen Seite, kommen nun nach und nach viele weitere Kombinationen hinzu. So können Kunden auf der einen Seite am Computer oder eben am Handy per Kreditkarte, Überweisung oder dem Bezahldienst Sofortüberweisung Geld lossenden und der Empfänger erhält Bargeld oder den Betrag ebenfalls auf sein Konto gutgeschrieben.

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