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Gegen Sicherheitsbedenken : Kunden haften nicht mehr fürs Online-Banking

Video in der Bankfiliale: Ein Kunde der Commerzbank lässt sich von einer Mitarbeiterin beraten. Bild: Gyarmaty, Jens

Vom Online-Banking profitieren Banken und Kunden. Doch es gilt weithin als unsicher. Das wollen einige Banken jetzt ändern. Sie nehmen das Risiko auf sich.

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          Die Commerzbank versucht offenbar hartnäckige Zweifel ihrer Kunden an der Sicherheit des Online-Bankings zu zerstreuen. Wer die modernsten Verfahren bei Geldüberweisungen über das Internet sorgfältig nutze, müsse nicht mehr befürchten, dass ihm bei der Rückerstattung von Schäden 150 Euro nicht erstattet werden. Diesen gesetzlich maximal möglichen Selbstbehalt werde sie vom 2. Januar an aus ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen streichen, teilte die Commerzbank am Montag mit.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Commerzbank nimmt für sich in Anspruch, die erste große Filialbank zu sein, die diese „Sicherheitsgarantie“ ausspricht. Andere Banken wie ihre eigene Direktbank Comdirect, deren Konkurrent ING-Diba und die Targobank lassen aber ihre Kunden auch nicht mit 150 Euro haften.

          Dass die Commerzbank versucht, mehr Kunden zum Online-Banking zu bewegen, ist verständlich. Denn zum Beispiel für Computer schlecht lesbare Überweisungsträger müssen dann nicht mehr in der Bankfiliale von Bankangestellten aufwendig bearbeitet werden, sondern werden vom Privatkunden am Computer oder über das Smartphone selbst eingetippt.

          Doch die Kunden ziehen nicht so recht mit. Nur 30 Prozent der Privatkunden der Commerzbank sind überhaupt für das Online-Banking angemeldet. In der Hypo-Vereinsbank sind es immerhin rund 60 Prozent.

          Cyber-Kriminalität : Sind unsere Online-Konten sicher?

          Die zur italienischen Unicredit-Gruppe gehörende Hypo-Vereinsbank (HVB) schließt rund die Hälfte ihrer Filialen und setzt künftig auf eine noch engere Verzahnung ihres Filialgeschäftes mit dem Online-Banking. So soll es künftig möglich sein, sich zur Kontoeröffnung per Video zu identifizieren. Auch dafür modernisiert die HVB seit Oktober ihre übrig bleibenden 340 Filialen. 80 Filialen sind schon fertig, die anderen sollen bis Jahresende 2015 soweit sein.

          Auch die Commerzbank hat investiert, damit ihre Kunden sie wie eine Direktbank nicht nur über das Internet erreichen, sondern dort auch Geschäfte abschließen können. So können sich die Kunden, die ein Konto bei der Commerzbank eröffnen wollen, künftig online per Video-Chat ausweisen. Aber offenbar hat die Hypo-Vereinsbank in ihrer Not, Filialen schließen zu müssen, ihre Kunden stärker über die (geringen) Gefahren im Online-Banking aufgeklärt. Anders ist die doppelt so hohe Online-Anmeldequote kaum zu erklären.

          Diebe können Daten abfangen

          Der Diebstahl von Passwörtern (Phishing) gilt im Online-Banking als größtes Risiko. Das Bundeskriminalamt warnt regelmäßig, Kriminelle könnten Ausspähungen ermöglichende Software nicht nur auf Computer zuhause, sondern auch auf Mobiltelefone schleusen.

          Kurznachrichten (SMS), mit denen die Banken Transaktionsnummern für Banküberweisungen (mTAN) verschicken, könnten so von Kriminellen abgefangen werden. Aber Banken sagen, die Zahl der Schäden im Online-Banking seien mit der Einführung dieses modernen Verfahrens rapide zurück gegangen.

          Auch das Foto-TAN-Verfahren, bei dem die Online-Bankkunden zum Abschicken der Überweisung einen verschlüsselten Code angezeigt bekommen, den nur sie auf dem persönlichen Smartphone oder einem speziellen Lesegerät einscannen können, habe sich bewährt. Insofern sei die Zahl der Schadensfälle, in denen Kunden 150 Euro nicht erstattet worden seien, inzwischen verschwindend gering.

          Manche sagen, die Fälle seien in der Praxis sogar irrelevant, auch wenn die Haftungssumme von 150 Euro bei den meisten Banken und Sparkassen noch in den Geschäftsbedingungen stünden.

          Das Bundeskriminalamt zählte im Jahr 2013 rund 4100 Versuche, die Passwörter von Bankkunden online abzugreifen („Phishing-Angriffe“). Der Schaden belief sich auf 16,4 Millionen Euro. Fachleute verweisen darauf, dass jährlich 2,5 Milliarden Überweisungen stattfinden und halten die Schäden gemessen daran für gering.

          Dennoch gaben im Jahr 2013 in einer Studie noch zwei Drittel der Bankkunden an, sie hätten aus Sicherheitsgründen Bedenken, das Online-Banking zu nutzen.

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