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Nachhaltiges Investieren : Geldanlage ist kein Bioprodukt

Hauptsache kein Plastik: Roggenstroh, aus dem später Trinkhalme werden sollen Bild: dpa

Rund jeder zehnte Euro fließt hierzulande im Durchschnitt in Anlagen, die sich an Kriterien wie Umweltschutz oder guter Unternehmensführung messen lassen müssen. Das Interesse ist groß, aber auch die Unkenntnis.

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          Kaum ein Anlagethema steht zurzeit so im Mittelpunkt wie das der Nachhaltigkeit. Immer mehr Geld fließt in Anlagen, die sich in der Regel an sogenannten ESG-Kriterien orientieren, die für Umweltschutz, Soziales und gute Unternehmensführung stehen. Angesichts des wachsenden Interesses bietet die Branche immer mehr maßgeschneiderte Produkte. Hierzulande wird derzeit durchschnittlich schon jeder zehnte Euro nachhaltig angelegt, im Jahr 2025 soll es sogar jeder vierte Euro sein. Dies ergibt eine repräsentative Umfrage der Quirin Privatbank.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Im Durchschnitt plane rund ein Fünftel der Deutschen, die Geldanlagen komplett umzustellen. Befragt wurden Anleger mit einem Anlagevermögen von mindestens 10.000 Euro oder einem Einkommen von zum Beispiel monatlich netto 1.500 Euro als Einzelperson.

          Im Durchschnitt etwa ein Viertel der Bundesbürger ist demnach bereit, zugunsten von Nachhaltigkeit auf bis zu 30 Prozent an Rendite zu verzichten. Ebenso viele halten nachhaltige Anlagen aber für zu riskant. Bei diesem Thema gebe es drei grundlegende Missverständnisse, kommentiert Philipp Dobbert, Chefvolkswirt der Quirin Privatbank, diese Ergebnisse. Viele Anleger glaubten, sie müssten zugunsten von Nachhaltigkeit auf Rendite verzichten, diese teuer erkaufen oder höhere Risiken in Kauf nehmen. Nichts davon treffe aber zu. Wenn dies mehr Anleger wüssten, würden vermutlich noch viel mehr Menschen nachhaltig investieren, was für Umwelt und Gesellschaft ein enormer Gewinn wäre.

          Corona beschleunigt den Wandel

          Nachhaltige Geldanlagen würden aber oft mit Bio-Produkten im Supermarkt verglichen, sagt Dobbert. Diese seien nachhaltig hergestellt und meist deutlich teurer. Doch Nachhaltigkeit in der Geldanlage werde anders „erzeugt“ und koste im Gegensatz zum Bio-Lebensmittel nicht mehr als herkömmliche Investments.

          Die Analyse zeigt zudem, dass ein Drittel der Befragten seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie stärker auf das Thema Nachhaltigkeit achtet. Der Wandel beschleunige sich, folgert die Bank. Etwa die Hälfte der Befragten würde für nachhaltige Produkte mehr Geld ausgeben. Laut Umfrage würden doppelt so viele Menschen aber eher nachhaltig anlegen, als ein E-Auto zu nutzen. Was sich schon in anderen Analysen gezeigt hat, bestätigt sich hier: Das Thema wird vor allem von jüngeren Anlegern vorangetrieben.

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