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Bericht : Nachhaltige Geldanlagen boomen

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Auch wenn Windräder das bevorzugte Symbol für Nachhaltigkeit sind - es geht dabei um mehr als Umweltschutz und Klimawandel. Bild: dpa

Der Trend zu nachhaltigen Geldanlagen ist ungebrochen. Vor allem institutionelle Anleger gehen hier voran.

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          Nachhaltigkeit bei der Geldanlage wird auch in Deutschland immer mehr zum Thema. 2018 setzte sich das starke Wachstum der Anlageklasse fort. Mittlerweile sind 219 Milliarden Euro auf diese Weise angelegt, 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem aktuellen Marktbericht des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG ) für 2018 hervor. Berücksichtigt man zusätzlich die Vermögen auf Unternehmensebene, beträgt die Gesamtsumme 1,53 Billionen Euro.

          Das im Rahmen von Investmentfonds und Mandaten nachhaltig verwaltete Vermögen wuchs um mehr als 41 Milliarden Euro auf 133,5 Milliarden Euro. Knapp 45 Milliarden Euro sind dabei in Investmentfonds angelegt. Zuwächse verzeichneten auch die Kundeneinlagen der Spezialbanken mit Nachhaltigkeitsfokus, die um rund 8 Prozent auf 38,6 Milliarden Euro stiegen.

          Unter den Anlagestrategien dominierten weiter Ausschlusskriterien, auch in Kombination mit anderen Anlagestrategien. Knapp 128 Milliarden Euro wurden unter Nutzung entsprechender Kriterien verwaltet. Bei den Unternehmen wird vor allem auf die Einhaltung des Arbeitsrechts, die Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie die Achtung von Menschenrechten geachtet.

          Die Berücksichtigung von Klimaaspekten gewinne indes stark an Bedeutung. Der Ausschluss von Unternehmen, die Kohle fördern oder verstromen, gehört neuerdings zu den zehn am häufigsten genutzten Kriterien.

          Das Wachstum geht maßgeblich von institutionellen Anlegern aus. Rund 93 Prozent dieser Kapitalanlagen befanden sich Ende 2018 in der Hand unter anderem von kirchlichen Institutionen, Versicherungen und Versorgungseinrichtungen. Diese erwarten auch weiteres Wachstum von bis zu 30 Prozent und mehr.

          Indes hofften die befragten auch auf Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen, auf private Anleger setzt man nur in dritter Linie. „Der deutsche nachhaltige Anlagemarkt wird seit jeher von den institutionellen Anlegern getrieben. Durch die beschlossene verpflichtende Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenz im Kundengespräch wird die Nachfrage privater Anleger nach nachhaltigen Anlageprodukten einen deutlichen Schub erleben“ prognostiziert FNG-Vorstandsmitglied Helge Wulsdorf.

          Ein wichtiger Impuls sei das Maßnahmenpaket der EU-Kommission im Rahmen der Umsetzung des Aktionsplans zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums. Mit insgesamt zehn Maßnahmen will die EU-Kommission unter anderem Kapitalflüsse in nachhaltige Investitionen lenken um die internationalen Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dazu setzt sie insbesondere auf die Schaffung von höherer Transparenz über das Angebot an nachhaltigen Anlagelösungen und deren nachhaltigkeitsbezogene Qualität.

          Das Fundament aber sei der Versuch, im Rahmen der sogenannten Taxonomie verbindlich festzulegen, was Nachhaltigkeit im Wirtschaftskontext konkret bedeutet. In ihrer derzeit entwickelten Form sei diese allerdings keine umfassende Definition, kritisiert das FNG. Diese stelle vorerst maßgeblich auf ökologische Ziele und speziell den Klimawandel ab. Damit fänden wichtige Bereiche, wie etwa die soziale und auf verantwortungsvolle Unternehmensführung kaum Berücksichtigung.

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