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..come back on St. Leger’s Day : Zeit, wieder Aktien zu kaufen

„Logician“ mit Jockey Frankie Dettori - hier bei seinem Sieg in York im August - war wohl auch in Doncaster logischer Sieger der St. Leger Stakes. Bild: dpa

Die Rennsaison in England ist zu Ende und es ist sprichwortgemäß wieder Zeit, Aktien zu kaufen. Ein Blick auf die besten Aktien der Zwischensaison seit 2004 mit einigen interessanten Erkenntnissen.

          2 Min.

          Und wieder ist September. Wieder einmal ist in Großbritannien die Rennsaison für dreijährige Vollblutpferde zu Ende gegangen. Für die Börse ein ganz wichtiges Datum, denn nun ist es Zeit, wieder Aktien zu kaufen – bis zum nächsten Mai. „Sell in May and go away / come back on St. Leger's day“, heißt das Motto.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Historisch steht es dafür, dass die vermögende britische Elite des 19. und frühen 20. Jahrhunderts während der Rennsaison London und die Börse verließen. Diese beginnt traditionell Anfang Mai mit dem „2000 Guineas“-Rennen in Newmarket nahe Cambridge. Saison-Abschluss sind die St Leger Stakes in Doncaster, die diesmal am 14. September stattfanden.

          Schon seit einigen Jahren beobachtet FAZ.NET die Entwicklung der Aktienkurse zwischen dem St. Leger's Day und den 2000 Guineas. Und dabei haben sich einige Aktien herausgeschält, die in den vergangenen Jahren immer zu den Gewinnern gehört haben.

          Dabei zeigt sich in diesem Jahr, wie gut die vergangenen zehn Jahre an der Börse wirklich waren. Denn in der diesjährigen Bestandsaufnahme ist nun der Zeitraum zwischen dem September 2008 und dem Mai 2009 herausgefallen, in dem etwa der amerikanische S&P-500-Index um mehr als ein Viertel zurückging. Das hat dazu geführt, dass die Zahl der Aktien, die zwischen St. Legers und 2000 Guineas stets einen positiven Ertrag brachten, von 42 auf 210 regelrecht explodiert ist.

          Dabei war die letzte Zwischensaison an der Börse insgesamt gar nicht so ertragreich – man denke dabei an den starken Kursrückgang zum Ende des Jahres 2018 und auch Mai und August 2019 waren für Aktien nicht die beste Zeit. Das zeigt sich am Anteil der Gewinneraktien, der zum zweiten Mal hintereinander gesunken ist, und zwar auf nunmehr 39 Prozent, den niedrigsten Stand seit 2013/2014. Aber alles im Rahmen: Vor 2009 lagen die Anteile deutlich niedriger.

          Nach einer solch guten Jahrzehnt-Bilanz kann auch nicht verwundern, dass die Liste der Dauerbrenner, die das Ertragskunststück nun schon seit September 2004 und damit schon 15 Jahre durchhalten, unverändert geblieben ist. Allerdings zeigt sich bei diesen Aktien, wie zutreffend eine andere Börsenregel ist, nämlich „Hin und her macht die Taschen leer“. Wer statt im Mai zu verkaufen und im September wieder einzusteigen, die Aktien einfach behalten hätte, wäre zumeist besser gefahren. Im Jahresdurchschnitt erbrachten die Aktien einen Ertrag zwischen rund 12 Prozent für den italienischen Energieversorger Terna und knapp 32 Prozent für die Aktie der amerikanischen Booking Holdings, früher bekannt als Priceline und Anbieter von Online-Reisevermittlern wie Booking.com oder Kayak. Hätte man 2004 jeweils 1000 Euro in einer der acht Aktien investiert, wäre man nun um mehr als 200.000 Euro reicher.

          Eines zeigt das kleine „St. Legers-Portfolio“ deutlich. Es handelt sich schon um außerordentlich gut laufende Aktien. Das Portfolio wäre zwischen September 2004 und Mai 2018 auf das 27-fache gewachsen. Der Dax brachte es gerade mal auf wenig mehr als das Dreifache. Aber von hinten ist man ja immer schlauer.

          Hohe Chancen, wie die britische Oberschicht Börsengewinne beim Pferderennen zu vergrößern, gab es auch am vergangenen  Samstag bei den St. Leger Stakes. Wer auf einen Sieg des Außenseiters „Dashing Willoughby“ setzte, hätte  je nach Buchmacher bis zum 26-fachen seines Einsatzes gewinnen können. Hätte können, denn der Galopper wurde  mit sechs Längen Rückstand Vorletzter. Am Ende setzte sich Favorit „Logician“ deutlich mit zweieinviertel Längen Vorsprung durch. Dafür gab es dann immerhin noch einen Gewinn von 83 Prozent. Damit siegte im dritten Jahr hintereinander der Favorit. Aber darauf wetten sollte man nicht – oder eben doch.

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