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Dax-Einbruch : Was Anleger jetzt machen sollten

  • -Aktualisiert am

Auf ewig im Wettstreit: Die Bronzefiguren „Bulle und Bär“, Symbole für den Börsenauf- und abschwung, stehen auf dem Platz vor der Frankfurter Wertpapierbörse. Bild: dpa

Die Aktienmärkte erleben heute einen Schwarzen Montag. Ist jetzt der Zeitpunkt für Privatanleger, alle Aktien aus dem Depot zu werfen? Nein!

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          Die Börsen erleben gerade einen historischen Einbruch. Der deutsche Leitindex ist zum Handelsstart um bis zu 8 Prozent eingebrochen, manche Papiere verloren sogar noch heftiger. Ist jetzt der Zeitpunkt für Privatanleger, alle Aktien aus dem Depot zu werfen und Liquidität zu bunkern, bis bessere Zeiten kommen? Die Frage klingt berechtigt, ist aber falsch gestellt.

          Den richtigen Zeitpunkt zum Kauf- und Verkauf von Aktien und zum Ein- und Ausstieg an der Börse kennt niemand. Er lässt sich immer nur rückblickend für die Vergangenheit feststellen. Und in der Rückschau sind die Aktienmärkte nach tiefen Einbrüchen wie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 oder nach der Finanzkrise 2008 immer über das jeweilige Vorkrisenniveau hinaus gestiegen.

          Für die Frage, ob ein Anleger Aktien kaufen oder verkaufen soll, ist daher nicht die aktuelle Stimmung an der Börse entscheidend. Viel entscheidender ist die persönliche Situation des Anlegers. Wer kurz vor dem Ruhestand steht und künftig auf Liquidität angewiesen ist, um seine täglichen Ausgaben zu bestreiten, sollte sich aus dem volatilen Aktienmarkt zurückziehen. Das würde natürlich auch dann gelten, wenn die Kurse gerade ein Hoch nach dem anderen feiern.

          Wer jünger ist und einen Job hat, sollte sich dagegen am Aktienmarkt engagieren – besser früher als später. Auch diese Empfehlung bleibt ungeachtet der aktuellen Marktstimmung bestehen.

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          Wie kommen Anleger nun aus der Falle heraus, auf das vermeintlich richtige Timing angewiesen zu sein? Das Mittel zum Zweck sind Sparpläne auf Fonds, die in Aktien oder andere Wertpapiere investieren. Dabei werden monatlich Beträge vom Konto abgebucht und in Fondsanteile investiert. Auch kleine Beträge schon ab 25 Euro je Monat sind möglich, sodass auch Anleger mit geringen Vermögen auf diese Weise investieren können. Ähnlich funktionieren staatlich geförderte Riesterverträge, deren Anbieter das von den Sparern eingezahlte Geld ebenfalls an der Börse anlegen. Das soll keine Empfehlung für Riester sein, sondern für eine Geldanlage unabhängig von aktuellen Marktverwerfungen.

          Wer kontinuierlich und in kleinen Beträgen investiert, macht sich von der tagesaktuellen Hektik an den Finanzmärkten unabhängig und kann sogar heftige Krisen überstehen. Die letzte Finanzkrise globalen Maßstabs im Jahr 2008 liegt nun rund 12 Jahre zurück. Und bis zum Beginn ihres Ruhestands werden junge Privatanleger noch einige Krisen von diesem Kaliber zu bewältigen haben, wie spätestens der heutige Tag zeigt.

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          Der Absturz der Aktienmärkte am Montag kam übrigens nicht unerwartet. Schon in den zurückliegenden drei Wochen haben die Börsen heftig verloren, weil sich das Coronavirus immer weiter international ausbreitete. Privatanleger mit einem Übergewicht an konjunktursensiblen Aktien wie Fluggesellschaften hätten also nicht auf den heutigen Tag warten dürfen, um für mehr Stabilität zu sorgen.

          Ebenso hätten jene schon früher reagieren müssen, die auf Krisenprofiteure setzen wollten – etwa Unternehmen, die Software für Homeoffice oder Videokonferenzen anbieten. Jedoch ist die Frage nach der richtigen Aktie ebenso falsch gestellt wie die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für deren Kauf oder Verkauf. Sparpläne auf Aktienfonds zeigen hier wieder ihre Stärke, weil sie Anleger von der kaum zu bewältigenden Auswahl einzelner Aktien entlasten.

          Mark Fehr
          Redakteur in der Wirtschaft.

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