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Eltif & Anleihen : Auf besonderen Pfaden zu Private Equity

Die Deutsche Bank weist auch den Weg Richtung Private Equity. Bild: Reuters

Private Equity ist eine begehrte Anlageform. Wer nicht in die herkömmlichen Fonds investieren will, dem bieten sich andere Möglichkeiten.

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          Direktinvestments sind auch bei Privatanlegern beliebt. Vielleicht war das auch einer der Gründe, weswegen geschlossene Fonds stets begeht waren – trotz des Mankos hoher Kosten und fehlender Transparenz. Um diesen Mängeln abzuhelfen, schuf die EU mit dem Eltif, dem „European Long-Term Investment Fund“, eine Variante. Genutzt wird dieses, gerade für Privatanleger intendierte Vehikel noch nicht sehr oft, aber nicht zuletzt auch für Private Equity und kommt einem herkömmlichen Private-Equity-Fund sehr nahe.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Aktuell vertreibt die Deutsche Bank für den Private-Equity-Arm der Fondsgesellschaft Blackrock in Deutschland einen Eltif. Dieser investiert in 30 bis 40 Unternehmen als Ko-Investor – direkt, das ist für einen Eltif Vorschrift, der maximal 30 Prozent der Mittel in Fonds stecken darf. „Gegenüber den sonst üblichen zehn bis 15 Projekten in einem herkömmlichen Private-Equity-Fonds ist dies ein klarer Vorteil“, sagt Markus Studer, Leiter der Abteilung Kundenlösungen und Produktstrategie bei Blackrock Private Equity Partners in Europa. „Und auch wir haben in der Vergangenheit eine attraktive Rendite im zweistelligen Prozentbereich erzielen können.“

          Direkt investieren mit dem Eltif

          Die Nachfrage sei groß, sagt Silke Roth, Leiterin der Global Funds Group Deutschland der Deutsche Bank Wealth Management, sowohl nach Private Equity als auch dem Eltif. Denn das Produkt biete doch sehr große Vorzüge. Nicht zuletzt in puncto Transparenz: „Ein Eltif wird als Wertpapier in ein Depot eingebucht. Unsere Kunden erhalten alle drei Monate automatisch eine Angabe zur Wertentwicklung.“ Eine teure gesonderte Verwahrung entfällt.

          Die Gebühren des Eltif sind mit einer Verwaltungsgebühr von einem und einer Gewinnbeteiligung von 10 Prozent bei einer Rendite von mehr als 8 Prozent etwas höher. Zudem gibt einen Ausgabeaufschlag von 3 Prozent. Damit sei er aber immer noch billiger als ein herkömmlicher Private-Equity-Fonds, sagt Studer. „Und der Eltif ist kein Dachfonds, so dass keine Gebühren von Zielfonds dazu kommen.“ Mit 125.000 Euro ist die Mindestanlage allerdings auch nicht eben niedrig.

          Von Equity zum Bond

          Einen indirekten Zugang zu Private Equity bietet die Bethmann Bank, die Kundengelder über eine Anleihe an eine Zweckgesellschaft ausreicht, die in Private-Equity-Fonds investiert. Auf diese Weise wird aus dem Private-Equity- ein Anleihe-Investment. Zinszahlungen gibt es, sobald in der Zweckgesellschaft eine Liquidität von 5 Prozent vorhanden ist. Investiert wird in ausgesuchte Fonds. „Wir organisieren vor jeder Plazierung eine Roadshow, bei der unsere Kunden die Fondsmanager und ihre Investments kennenlernen können“, sagt Kai Dotzauer, in der Bethmann Bank verantwortlich für die Produktbetreuung bei Private Equity. Unter 7000 Gesellschaften suche man diejenigen aus, die über Wirtschaftszyklen hinweg eine kontinuierliche Strategie mit konstanten Ergebnissen aufwiesen. Wichtig seien auch Nachhaltigkeitskriterien und dass die Manager mit eigenem Geld investiert seien.

          Dass Bethmann den Umweg über eine Schuldverschreibung wählt, dürfte auch regulatorische Gründe haben. So müssen etwa Versicherer für Private-Equity-Investitionen deutlich mehr Eigenkapital nachweisen als für Anlagen in Anleihen. Voraussetzung für die Anlage ist ein Mindestvermögen von fünf Millionen Euro. Insofern gilt auch hier: Kleinanlegern bleibt dieser Weg verschlossen. Aber das ist auch durchaus gewollt. „Diese Anlage ist für ganz unerfahrene Anleger nicht wirklich geeignet“, sagt Studer. Die Deutsche Bank limitiere auch intern den Anteil geschlossener Investments am Vermögen auf 25 Prozent, so Roth.

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