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Luxusgüter : Der Oldtimer ist die beste Wertanlage

Auch neben dieser entwickelten Münzen sich exzellent. Im vergangenen Jahr stand beim Münzenindex ein solides Plus von 10 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren legten sie sogar um 227 Prozent zu. Ähnlich gut schnitten noch seltene Briefmarken ab, die sogar 250 Prozent zulegen konnten. Allerdings gab es bei ihnen im vergangenen Jahr nur ein Plus von 5 Prozent, wie der Stanley Gibbons Index zeigt. Nichtsdestotrotz, „Briefmarken und Münzen haben ihren langfristigen Wertgewinn wieder bestätigt und ihren Ruf als echte Anlagealternative gefestigt“, heißt es in der Studie.

Etwas praktischer als Münzen oder Briefmarken sind Uhren und Wein. Und auch bei denen lief es gut. Bei Wein wurde sogar ein neuer Rekord erzielt: Zum Preis von 476405 Dollar wurden beim Auktionshaus Christie’s 12 Flaschen des 1978er Domaine de la Romanée-Conti verkauft. Weinfachleute bezeichnen ihn als einen Wein, der „so nah an perfekt ist, wie Wein überhaupt sein kann“. Auch bei einigen Uhrmodellen von Rolex und Patek Philippe wurden Rekorde erzielt, allerdings auf niedrigerem Niveau. Die Indizes stagnierten nahezu mit einem Plus von 3 beziehungsweise 4 Prozent im vergangenen Jahr.

Kunstindex stagniert seit fünf Jahren

Ähnliche Bilder zeichnen sich auch bei anderen Luxusgütern ab. Zwar werden sie in der Spitze immer teurer, aber die Indizes steigen nicht: So schnitten auch Juwelen ähnlich ab. Auch dort gab es in der Spitze Rekorde. Der Pink Star, ein 59,6 Karat schwerer Diamant, wurde zum Preis von 83 Millionen Dollar beim Auktionshaus Sotheby’s in Genf versteigert. Zwar stieg der Juwelenindex um 156 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Allerdings stagnierte er im vergangenen Jahr mit einem mickrigen Plus von gerade einmal 2 Prozent.

Ein ähnliches Phänomen zeigte sich bei Kunstgegenständen. Auch dort wurden neue Rekordwerte erzielt. Zum Preis von 143 Millionen Dollar wechselte etwa im Oktober beim Auktionshaus Christie’s in New York Francis Bacons „Drei Studien von Lucian Freud“ den Besitzer und ist damit das teuerste jemals verkaufte Gemälde eines Künstlers. Allerdings war Kunst insgesamt eine Enttäuschung: Der Kunstindex verlor 3 Prozent und stagniert seit fünf Jahren. Es steht nur ein Plus von 2 Prozent auf der Habenseite. Innerhalb von zehn Jahren war es trotzdem eine gute Wertanlage, bis zur Lehman-Pleite verdreifachte sich der Kunstindex. Danach folgten Stagnation oder geringe Wertverluste. Bei Knight Frank heißt es, der Markt werde weiterhin volatil bleiben. „Auch wenn manche Künstler Rekordergebnisse bei Versteigerungen erzielen, sind viele Käufer vorsichtiger geworden“, schätzen die Analysten den Markt ein.

Wie lässt sich der Widerspruch zwischen den rasant steigenden Preisen für Bilder und dem doch sinkenden Index erklären? Ganz einfach: Während in der Spitze diese immer teurer werden, stagniert normale Kunst. Genauso verhält es sich bei anderen Wertklassen. Deshalb sind Luxusgüter nur etwas für absolute Experten, die sich in ihrem Markt gut auskennen. Einfach eine Flasche Wein kaufen und 35 Jahre lang stehen lassen wird nicht ausreichen, um reich zu werden.

Ein schlechtes Investment waren allerdings antike Möbel. Wer sich schon immer einen alten Echtholzsekretär aus Eiche kaufen wollte, kann das gern machen – er sollte das nur nicht als Investment mit Renditechance sehen, sondern eben als Möbelstück. So haben antike Möbelstücke in den vergangenen zehn Jahren knapp 20 Prozent an Wert verloren. „Möbel werden auch weiter an Boden verlieren, da der antike Stil immer mehr an Popularität verliert“, fassen die Analysten der Studie zusammen.

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