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Gebühren- und Preiserhöhungen : Bankkunden proben den Aufstand

Die Kunden kommen und gehen – aber die Vertriebsvergütungen bleiben drinnen: Sparkassen wollen Provisionen für den Wertpapierverkauf behalten. Bild: Fabian Fiechter

Not macht erfinderisch: In Zeiten niedriger Zinsen wollen die Kreditinstitute mehr an Provisionen und Gebühren verdienen - bei teilweise unklarer Rechtslage. Das machen aber längst nicht alle Kunden mit.

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          Die Ansage des Sparkassenfunktionärs war klar: Die Kunden müssten wieder lernen, dass reelle Bankdienstleistungen auch einen reellen Preis hätten, sagte der oberste Vertreter der Sparkassen in Hessen und Thüringen, Gerhard Grandke, vor wenigen Wochen – „vor allem in einem schwierigen Umfeld wie der Niedrigzinsphase“. In vielen Sparkassen werde daher schon darüber nachgedacht, Gebühren und Preise zu erhöhen.

          Tim Kanning
          (kann.), Wirtschaft

          Was Grandke als einer der wenigen laut ausgesprochen hat, gilt für die ganze Branche. Vielen Banken und Sparkassen bröckelt ihre wichtigste Einnahmequelle weg, weil sich aus dem Überschuss zwischen eingenommenen und gezahlten Zinsen immer weniger verdienen lässt. Neue Ertragsquellen müssen her. Und da ist die Kreativität groß. Manche erhöhen die Monatsgebühr für einige Kontomodelle wie etwa die Commerzbank, andere die Gebühren für die Kredit- und Maestro-Karte wie die Spardabank Berlin. Die Postbank lässt ihre Kunden von heute an für Überweisungen auf Papier 99 Cent zahlen. Vor allem letzter Fall hat für einen öffentlichen Aufschrei gesorgt.

          Beziehung zwischen Kunde und Bank verschlechtert sich zusehends

          Viele Kunden wehren sich inzwischen dagegen, wenn sie plötzlich für Dinge bezahlen sollen, die doch bislang für sie immer kostenlos waren. Schließlich leiden sie selbst unter den verschwundenen Zinsen, weil sich mit dem Ersparten nichts mehr verdienen lässt. Das Verhältnis zwischen Kunde und Bank wird zusehends ungemütlicher.

          Das zeigt auch der Streit, der gerade rund um die Provisionszahlungen für die Wertpapierberatung brodelt. Denn wie es aussehen kann, wenn Sparkassen ihre Einnahmequellen erweitern wollen, das können viele Kunden dieser Tage in ihrem Briefkasten vorfinden. Zusammen mit den Auszügen über ihr Wertpapierdepot erhalten sie ein unscheinbares Schreiben, das über eine zum 15. April geplante Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) informiert. Doch die hat es in sich: Wenn er die Änderung hinnimmt, erklärt sich der Kunde bereit, dass die Sparkasse Vertriebsvergütungen etwa von einer Fondsgesellschaft behalten darf, wenn sie ihm eines ihrer Produkte verkauft.

          Nach Ansicht der Verbraucherzentralen steht das Geld eigentlich dem Kunden zu. Rechtlich ist die Frage nicht eindeutig geklärt. Aber auch die Sparkassen weisen vorsorglich in ihrem Schreiben schon einmal darauf hin, dass ihre Klausel von der „gesetzlichen Regelung des Rechts der Geschäftsbesorgung“ abweicht. Wer mit der Änderung der AGBs nicht einverstanden ist, der muss schon Widerspruch bei seiner Sparkasse einlegen – was offenbar viele Kunden machen.

          „Wir bekommen viele Anrufe von Verbrauchern“, erzählt Dorothea Mohn, Finanzexpertin beim Verbraucherzentralen Bundesverband. „Wenn sie sich sträubten, die neuen AGBs zu akzeptieren, wurde der Ton gleich ungemütlich“, sagt sie. „Den meisten wurde gesagt, dass sie ja dann ihr Depot kündigen könnten.“ Die Verbraucherzentrale rät den Sparkassenkunden dennoch, sich gegen die Änderung der AGBs zu wehren. Im Falle einer Kündigung dürfte es aus ihrer Sicht ohnehin kein Problem sein, eine neue, vermutlich günstigere Depotbank zu finden. So geht der Musterbrief, den die Verbraucherzentrale aufmüpfigen Kunden an die Hand gibt, noch etwas weiter: Mit dem Schreiben fordern diese ihre Sparkasse zugleich dazu auf, ihnen alle erhaltenen Vertriebsvergütungen für vergangene Geschäfte offenzulegen.

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